Biografie von Richard Schwarzschild
Die NS-Verfolgung zerstörte jüdisch-christliche Mischehen wie die von Richard Schwarzschild und seiner Frau Luise. Während Luise anhand ihres Kommunionsbildes nachweisen konnte, dass sie Christin war, und damit sich und ihre zwei Kinder vor der Ermordung rettete, endete Richard in Auschwitz. Seiner Tochter Margot bleibt die Erinnerung an einen wundervollen Vater, der ihr viel zu früh genommen wurde.
Der Kaufmann Richard Schwarzschild war 1898 als mittleres von drei Kindern in Kaiserslautern geboren worden. Er stammte aus einer gutbürgerlichen Familie, seine Mutter sorgte dafür, dass er das Orgelspiel erlernte. Später betätigte sich Richard als Organist in der Synagoge von Kaiserlautern.
Richard heiratete im Januar 1929 die damals 19-jährige Luise Keim, eine Katholikin aus Bayern. Es war auch höchste Zeit, denn bereits im März kam Tochter Hannelore zur Welt. Zweieinhalb Jahre später wurde die zweite Tochter Margot geboren. Die jüdische Schwiegermutter hatte darauf bestanden, dass Luise zum Judentum konvertiert – bei ihrer bayrischen Verwandtschaft löste das Unmut aus. Doch bis 1938 verstanden die Familien sich gut, davon zeugen gemeinsame Urlaubsfotos.
Bereits im Oktober 1938 wird die Synagoge in Kaiserslautern gesprengt. Richard kommt für sechs Wochen nach Dachau – die Familie muss in ein "Judenhaus" umziehen – die Töchter werden, begleitet von den "Juden raus!"-Rufen ihrer Mitschüler, aus der Schule geworfen. Richard Schwarzschild darf fortan nur noch als Straßenarbeiter sein Geld verdienen. Er bemüht sich jedoch, die Kinder möglichst wenig von den Repressalien spüren zu lassen: Jeden Sonntag machen sie Ausflüge ins Grüne, häufig mit Freunden.
So ist die Deportation nach Gurs am 22. Oktober 1940 ein Schock. Zwei Jahre lang überlebt die Familie in französischen Lagern, Richard leistet Zwangsarbeit in einer Mine. Ende August 1942 erfolgt die endgültige Trennung: Richard wird aussortiert zum Weitertransport in den Osten, die Christin Luise und ihre beiden Kinder bleiben zurück in Frankreich. Nach Kriegsende gehen sie wieder nach Kaiserslautern – und hoffen vergeblich auf die Rückkehr von Richard.
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