Biografie von Leopold Achtermann, Rika Achtermann und 4 weitere
Die unverheiratete Bertha Kleeberg betrieb einen kleinen Kolonialwarenhandel auf dem Markt. Sie gehörte zu den wirtschaftlich ärmeren Juden Salzkottens, so dass sie Wohnraum vermietete, um ihr Einkommen aufzubessern. So wohnte der nichtjüdische Postschaffner Neumann 1938 mit seiner Familie bei ihr. Auch die Brüder Julius und Max Samuel lebten für kurze Zeit bis zu ihrer Auswanderung 1937 im Haus Kleeberg, nachdem sie ihr Elternhaus 1933 wegen der Wirtschaftskrise verkaufen mussten.
Ihren Kolonialwarenhandel konnte sie, nachdem die Juden zunehmend aus dem Wirtschaftsleben ausgegrenzt wurden, nur bis 1938 aufrechterhalten.
Während der Reichspogromnacht wurden in ihrem Haus Fensterscheiben eingeworfen.
Das Haus war dringend sanierungsbedürftig: es war in einem so schlechten Zustand, dass kein arischer Käufer gefunden werden konnte. „Das Haus ist in der Tat verwahrlost. Deutsche Volksgenossen, die zwingend untergebracht werden müssen, können ohne Instandsetzung des Hauses in demselben unmöglich untergebracht werden“ (Aus: Schreiben der Stadtverwaltung Salzkotten vom 1.8.1942 an das Finanzamt in Paderborn).
Längst war das Kleebergsche Haus zum „Judenhaus“ geworden; 1942 wurde es zum "letzten Judenhaus" in Salzkotten. Es beherbergte immer mehr Menschen jüdischen Glaubens und zwar auf engstem Raum: Sophie Linz zog aus Dortmund mit ihren Kindern Betty und Erwin im März 1940 zu; während die Kinder emigrieren konnten, blieb sie bis zu ihrer Deportation im Juli 1942 (Theresienstadt) in Salzkotten. Sie wurde in Treblinka ermordet.
Im September 1941 zogen die Verwandten Jakob und Miriam Kleeberg zu. Sie wurden im Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert und in Auschwitz ermordet.
Rika und Leopold Achtermann und Bertha Kleeberg wurden im März 1942 deportiert und starben in Riga.
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