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Familie Moses Zwecher

Biografie von Moses, Taube und Joseph Leo Zwecher

Der Kaufmann Moses Zwecher wurde am 28. Juli 1878 in Kolomea geboren. Seine Frau Taube, eine geborene Berhang, wurde am 13. Mai 1883 in Bochnia geboren. Das aus Galizien stammende Ehepaar hatte einen Sohn, den am 28. Januar 1907 in Essen geborenen Joseph Leo Zwecher.

Familie Zwecher betrieb seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Buer/Westf. ein Möbelgeschäft. Nach der Machtübergabe an die Nazis im Januar 1933 war auch die jüdische Familie Zwecher sehr bald der Verfolgung durch die neuen Machthaber ausge-setzt. Die Ausgrezung und Isolierung der Juden wurde in der Folgezeit beständig vorangetrieben. Mit "Gesetzen" und "Verordnungen" sollten die Juden auch aus dem Wirtschaftsleben verdrängt werden. Durch die Nazi-Boykotte blieben die Kunden aus, die Umsätze des Möbelhauses Zwecher gingen mehr und mehr zurück.

Mit der fortschreitenden Ausplünderung der Juden wurde 1936 das alteingessene Möbelgeschäft der Familie Zwecher an der Urbanusstraße in Gelsenkirchen-Buer "arisiert". Neuer Eigentümer und Nutznießer der Entrechtung von Juden wurde die Familie Kazmierzak, die das Möbelgeschäft an gleicher Stelle nun unter ihrem Namen fortführte. Durch den "Erwerb" ehemals jüdischen Eigentums zum Spottpreis erlangte auch Familie Kazmierzak wirtschaftliche - und damit auch Wettbewerbsvorteile, zumal Kazmierzaks bereits im Gelsenkirchener Möbeleinzelhandel aktiv waren.

Familie Zwecher floh schließlich, nachdem ihr auch die wirtschaftliche Existenz entzogen worden war, unter dem ständig zunehmenden Verfolgungssdruck 1938 von Gelsenkirchen nach Holland. Dort lebten sie zunächst an der Courbetstraat 28 III in Amsterdam. Doch bald wurde die Familie Zwecher von der NS-Mordmaschinerie eingeholt, mit dem deutschen Überfall im Mai 1940 begann auch in den Niederlanden die Verfolgung jüdischen Menschen.

Im August 1942 erscheint im "Het Joodsche Weekblatt" eine Anzeige. Darin wird die Hochzeit von Leo Zwecher mit Henny Trompetter in der Synagoge an der Rapenburgstraat in Amsterdam angekündigt.

Zu einem nicht bekannten Zeitpunkt werden auch die Angehörigen der Familie Zwecher im "Durchgangslager" Westerbork interniert. Am 18. Januar 1944 werden Moses und seine Frau Taube von dort mit dem Transport XXIV/2 nach Theresienstadt und am 16. Mai 1944 weiter nach Auschwitz verschleppt. Dort werden Moses und Taube Zwecher am 7. Juli 1944 ermordet.

Mit dem Transport XXIV/4 wurden Joseph Leo und seine Frau Hendrika, genannt Henny am 20. Januar 1944 nach Theresienstadt verschleppt. Beide werden am 16. Mai 1944 weiter nach Auschwitz deportiert. Während Joseph Leo Zwecher im Auschwitz-Nebenlager Blechhammer im August 1944 ermordet wird, führt der Leidensweg seiner Frau Henny weiter über die KZ Christianstadt, Parschnitz und Kratzau, bis sie schließlich 1945 befreit wird. Sie emigriert in die USA, heiratet dort später ein zweites Mal und heißt nun Henny de Brito. Das Ehepaar hat zwei Töchter, Diana und Lilli. Henny de Brito starb im Mai 2010.

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