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Am Domhof

Biografie von Henny Marx, Klara Neumann und Ruth ten Brink

Henny wurde als eines von sechs Kindern des Ehepaares Aaron und Lina van Pels geboren und war Inhaberin einer Schneidereiwerkstatt in der Möserstraße 5. Laut Abmeldung emigrierte sie im Oktober 1935 nach Amsterdam und heiratete dort nach Ausbruch des Krieges ihren Mann Erich Marx. Das Ehepaar wurde von Amsterdam aus zusammen nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Klara van Pels heiratete den Zahnarzt Dr. Herbert Leeser, ließ sich aber 1932 wieder von ihm scheiden. Sie wohnte anschließend bei ihrem Vater Aaron van Pels und zog nach dessen Emigration zur Familie Grünberg. Sie emigrierte im August 1938 nach Amsterdam. Ihre Tochter Trude, geb. 1925, folgte mit ihrer Tante Ida van Pels kurz nach der Pogrom-Nacht. Klara Leeser heiratete 1941 Günter Neumann aus Berlin. Sie wurden zusammen nach Sobibor deportiert und dort ermordet. Die Tochter Trude Leeser wurde schon vorher deportiert, sie überlebte neun Konzentrationslager.

Ruth ten Brink war die Tochter von Sophie und Hermann ten Brink, welcher Inhaber eines Viehagenturgeschäftes und Viehkommissionär am Viehhof war. Die Familie besaß die holländische Staatsangehörigkeit und lebte zunächst in Bramsche, wo die Geschwister Ruth und Werner ten Brink die evangelische Volksschule besuchten, Ruth später auch die Mittelschule. 1926 zog die Familie nach Osnabrück. Ruths Eltern emigrierten im Juli 1938 nach Goor/Holland. Ihr Bruder Werner, geb. 1919, machte eine Tischlerlehre in Herford und emigrierte 1936 nach Holland. Ruth ten Brink arbeitete nach dem Abschluss der Schule im Kaufhaus Arlsberg und emigrierte 1936 nach Apeldoorn/Holland. Dort begann sie eine Ausbildung zur Pflegerin in der Psychatrischen Pflegeanstalt Apeldoornse Bosch, einer jüdischen Einrichtung. Am 22. Januar 1943 wurden alle Patienten sowie 50 Krankenschwestern von Appeldoorn nach Westerbork deportiert, darunter Ruth ten Brink. Von dort wurde sie am 02. Februar 1943 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo sie drei Tage später, am 05. Februar 1943, ermordet wurde.

Quellen: Junk, Peter; Sellmeyer, Martina: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Bramsche ³2000; Gedenkbuch des Bundesarchivs Koblenz: http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/; Przygode, Dieter: Art. "Das kurze Leben der Ruth ten Brink", in: Bramscher Nachrichten, 09.11.2009, S. 9.

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