[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"place-1379":3,"supporters":64,"nearby-1379":72},{"id":4,"title":5,"text":6,"photos":7,"videos":14,"audio":11,"coords":15,"stones":18,"town":55},"1379","Sozialdemokratische Opfer","Um die Jahrhundertwende kam Fritz (Friedrich) Szalinski aus Ostpreußen nach Osnabrück. Er arbeitete in der neuen Heimat in der Metallindustrie zunächst als angelernter Werkzeughärter und erhielt bald eine feste Position im Werk. Im Jahr 1905 heiratete er mit Amalie Steinbacher (01.11.1881 - 24.02.1911), die ebenfalls gebürtig aus Ostpreußen stammte, seine erste Ehefrau. Am 8.12.1905 kam ihr Sohn Fritz Szalinski, ein bekannter Osnabrücker Bildhauer, zur Welt. Seine Frau Amalie starb jedoch bereits 1911 und Fritz Szalinski heiratete deshalb circa ein Jahr später Karoline Glindmeyer (20.01.1890 – 25.05.1970). Sie gebar am 10.12.1916 die Tochter Henny (Henriette) Szalinski.\r\nFritz Szalinski besuchte zu dieser Zeit mit Fleiß und Ausdauer Abendkurse zur Weiterbildung. Dies war nicht nur sein Wunsch, sondern auch notwendig, da er unter seinen gewerkschaftlich organisierten Kollegen bald eine führende Rolle spielte. So bemühte er sich um die Allgemeinbildung, aber besonders um sozial- und arbeitsrechtliche Belange. 1919 wurde Herr Szalinski zum Sekretär des Deutschen Metallarbeiter Verbandes, heute IG Metall, gewählt und hatte nun eine befriedigende, vollberufliche Aufgabe. Bis 1933 war er außerdem Arbeitnehmervertreter beim Arbeitsgericht.\r\nAuf Grund seiner gewerkschaftlichen und politischen Tätigkeit wurde Fritz Szalinski zur Zeit der Nationalsozialisten zum Verfolgten und musste etliche Repressalien erleiden. Nach der Besetzung des Gewerkschaftshauses in Osnabrück 1933 verhaftete ihn die SA und er wurde in das Polizeigefängnis an der Turnerstraße gesperrt. Von Seiten der Nationalsozialisten wurde in Folge eine systematische Rufschädigung an Fritz Szalinski begangen, um das Vorgehen gegen ihn zu rechtfertigen. Sie verbreiteten Gerüchte über Geldunterschlagungen der Gewerkschaftsangestellten und ähnliche erfundene Vergehen. Diese Beschuldigungen habe nach Aussage des Sohnes Herrn Szalinski noch schwerer zu schaffen gemacht als die körperlichen Misshandlungen. Nach einiger Zeit wurde die Haft in eine tägliche Vorstellung bei der Polizei umgewandelt. Eine reguläre Beschäftigung durfte Fritz Szalinski jedoch nicht mehr annehmen. In Zusammenhang mit dem Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wurde er ohne ordnungsgemäßen Haftbefehl im August in das Arbeitserziehungslager Ohrbeck inhaftiert. Von dort wurde er mit anderen Osnabrückern in das KZ Neuengamme deportiert, wo er am 15.01.1945 umkam.\r\nSeiner Frau wurde nach dem Krieg die monatliche Ehrenrente von der Stadt Osnabrück versagt, da die total ausgebombte Witwe bei der Tochter in Oldenburg wohnte.\r\n\r\nQuellen: http:\u002F\u002Fwww.fritzszalinski.de; Lindemann, Ilsetraut: Von Assmann bis Wöbeking. Stadtgeschichte in Straßennamen. Bramsche 1984; Fotoquelle: Van Kampen, Wilhelm; Westphalen, Tilman (Hg.): 100 Jahre SPD in Osnabrück: 1875 – 1975. Ausgewählte Kapitel zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Osnabrück. Osnabrück 1975, S. 184.\r\n\r\n\r\nWilhelm Mentrup wurde am 14.03.1877 in Osnabrück geboren. Seit dem Jahr 1906 war er als Verwaltungsinspektor bei der AOK beschäftigt. Da er Mitglied der SPD war und mehrere Jahre das Amt des Kassierers ausgeübt hatte, wurde er zum 1. Juni 1933 auf Grund des Gesetztes \"Zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums\" entlassen. Im Zusammenhang mit dem Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 begannen Verhaftungen durch die Gestapo auch in Osnabrück. Das Attentat wurde als Vorwand genutzt, um etliche ehemalige Mitglieder und Funktionäre der Arbeiterpartei und Gewerkschaften zu inhaftieren. Anfang August 1944 wurde Wilhelm Mentrup mit anderen Osnabrückern zunächst in das Arbeitserziehungslager Ohrbeck gebracht. Von dort wurde er in das KZ Neuengamme deportiert und in den Tongruben zur Ziegelproduktion gezwungen. Da den Lagerkommandanten zum Ende des Krieges an der Verwischung der Spuren gelegen war, wurden über 7000 Häftlinge auf verschiedene Schiffe verladen und kalt berechnend in die Lübecker Bucht geschickt, wo sie alliierte Bomber versenkten. Wilhelm Mentrup starb am 3. Mai 1945 auf so einem Schiff. Der Suchdienst Hamburg teilte den Angehörigen am 7. September 1950 mit, dass nach der Hebung der \"Thielbeck\" die KZ Nummer 54331 aufgefunden worden sei. Die Nummer Wilhelm Mentrups.\r\n\r\nQuellen: Lindemann, Ilsetraut: Von Assmann bis Wöbeking. Stadtgeschichte in Straßennamen. Bramsche 1984; Niedersächsisches Landesarchiv  Standort Osnabrück, Rep 430 Dez 304 Akz 2003\u002F036 Nr. 78; Fotoquelle: Van Kampen, Wilhelm; Westphalen, Tilman (Hg.): 100 Jahre SPD in Osnabrück: 1875  1975. Ausgewählte Kapitel zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Osnabrück. Osnabrück 1975, S. 184.\r\n\r\n\r\nHeinrich Groos war von Beruf Schlosser und bis 1933 Direktor des Arbeitsamtes Osnabrück. (Groos war mit Helene geb. ? verheiratet.) Er war führendes Mitglied der SPD von Osnabrück und wurde wiederholt in Schutzhaft genommen. Aus Gründen politischer Überzeugung im August 1944 von der Gestapo Osnabrück verhaftet und in das Arbeitslager Ohrbeck gebracht, wo er verstarb. Als Todesursache wurden Magen- und Darmbeschwerden angegeben.\r\n\r\nQuellen: Niedersächsisches Landesarchiv - Standort Osnabrück, Rep 430 Dez 902 Akz 2003\u002F068 Nr.96; Fotoquelle: Van Kampen, Wilhelm; Westphalen, Tilman (Hg.): 100 Jahre SPD in Osnabrück: 1875  1975. Ausgewählte Kapitel zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Osnabrück. Osnabrück 1975, S. 184.\r\n\r\n\r\nHeinrich Niedergesäß wurde am 25. März 1883 in Norden geboren. Er hatte den Beruf des Maschinensetzers erlernt und war von 1929 bis 1933 als Parteisekretär der SPD in Osnabrück tätig. Mit der Übernahme der Regierung durch die Nationalsozialisten wird er zur Aufgabe seiner politischen Arbeit gezwungen und gerät in die Gegnerschaft zu den Nazis. Vom 4. April 1934 bis 15. Mai 1944 war Herr Niedergesäß in der Hasestraße 60 gemeldet und ab dem 16. Mai 1944 bis zum 14. September 1944 in der Sackstraße 11a. Ob der Umzug freiwillig oder als Folge der Repressalien und Inhaftierungen erfolgte, bleibt ungeklärt. Im Jahr 1937 wird Heinrich Niedergesäß verhaftet und zu anderthalb Jahren Zuchthaus wegen \"Hochverrats\" verurteilt. Im Anschluss an die Haft im Zuchthaus Hameln wurde er umgehend in das KZ Buchenwald verschleppt. Am 17. September 1941 wird er vorübergehend wieder entlassen und kommt nach Osnabrück zurück. Nach dem Attentat auf Hitler im Juli 1944 wird Herr Niedergesäß mit anderen Osnabrückern zunächst im Arbeitserziehungslager Ohrbeck interniert. Zusammen mit Fritz Szalinski, Heinrich Gross und Wilhelm Mentrup kommt er von dort in das KZ Neuengamme. Unmittelbar vor Kriegsende wird das KZ aufgelöst und Heinrich Niedergesäß wird mit anderen Häftlingen kalt berechnend auf ein Schiff geschickt, das in der Lübecker Bucht durch alliierte Bomber versenkt wird. Heinrich Niedergesäß stirbt im Mai 1945.\r\n\r\nQuellen: Schulze, Heiko (Hg.): 125 Jahre Osnabrücker SPD: 1875 - 2000. Osnabrück 2000; Van Kampen, Wilhelm; Westphalen, Tilman (Hg.): 100 Jahre SPD in Osnabrück: 1875  1975. Ausgewählte Kapitel zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Osnabrück. Osnabrück 1975, S. 184.\r\n\r\n\r\nGustav Haas wurde am 14. Februar 1886 als Kind einer Arbeiterfamilie in Waldbröl geboren. Von Beruf wurde er Schlosser und fand schon früh zur Arbeiterbewegung. Im Jahr 1919 wurde er zunächst zweiter Gewerkschaftssekretär beim Deutschen Metallarbeiterverband und schon bald erster Sekretär. Des Weiteren war Herr Haas Abgeordneter der sozialdemokratischen Fraktion im Provinzial-Landtag in Hannover und stellvertretender Wortführer im Bürgervorsteherkollegium der Stadt Osnabrück. Mit seinem unermüdlichen Engagement wurde er zu einem offenen Gegner des Nationalsozialismus, der seine beruflichen Aktivitäten unterdrückt hatte. So wurde Gustav Haas 1933 mehrmals verhaftet und inhaftiert, wodurch sein Tod \"beschleunigt herbeigeführt wurde\". Er starb im Alter von nur 47 Jahren am 13. Oktober 1933 in Osnabrück. Seiner Arbeit und seinem Widerstand wurde, trotz teilweiser Ankündigungen von Entlassungen, von der Arbeiterschaft und den Bürgern mit einem großen Trauerzug gedacht.\r\n\r\nQuellen: Nordwestdeutsche Rundschau vom 12. 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