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Familie Goldschmidt

Biografie von Hermann Goldschmidt, Jacobine Goldschmidt geb. Simon und Liane Moses

Bahnhofstraße 12

Hermann Goldschmidt wurde am 29. Oktober 1872 in Unterreichenbach
im Kreis Gelnhausen geboren. Nach der Heirat mit Jacobine Simon betrieb
er ab 1901 mit seiner Frau ein Kleidergeschäft, eine Filiale der
Konfektions- und Modewarenfirma Gebrüder Simon aus Andernach.
Neben seiner Tätigkeit als Kaufmann engagierte sich Hermann
Goldschmidt auch im Israelitischen Männer-Wohltätigkeitsverein, dessen
Vorsitzender er viele Jahre lang war.
Am 9. November 1938 wurde die Wohnung des Ehepaars Goldschmidt
verwüstet. Kurz darauf verkauften sie ihr Geschäft an Paul Widner und
zogen nach Frankfurt. Wegen des „Verdachts auf geplante Auswanderung“
wurde über ihr Vermögen eine Sicherungsanordnung verhängt. Künftig
kamen sie nur noch auf Antrag an ihr eigenes Geld.
Hermann Goldschmidt wurde am 16. September 1942 von Frankfurt aus
nach Theresienstadt deportiert, wo er am 2. März 1943 ermordet wurde.

Jacobine Goldschmidt geb. Simon wurde am 14. April 1873 in Saffig
im Kreis Mayen geboren. Ihre Familie betrieb Textilkaufhäuser und hatte
den Firmensitz in Andernach. Nach ihrer Heirat mit Hermann Goldschmidt
lebte und arbeitete das Ehepaar in Limburg.
Jacobine Goldschmidt musste miterleben, wie ihre Wohnung am 9.
November 1938 verwüstet wurde. Kurz danach mussten sie und ihr Mann
Limburg verlassen und nach Frankfurt ziehen.
In dieser Zeit war sie bereits erkrankt. Um die Kosten für Behandlung und
Medizin zahlen zu können, musste das Ehepaar immer wieder die Freigabe
von Teilen des Vermögens beantragen. Im November 1938 wurde dies
verweigert, da, wie es im Bescheid hieß, „hinreichend Teile aus
Geschäftsvermögen zur freien Verfügung stehen.“ Vermutlich Anfang
September 1942 erhielt das Ehepaar Goldschmidt die Aufforderung, sich
am 16. September zur Deportation nach Theresienstadt einzufinden.
Jacobine Goldschmidt entzog sich dem, indem sie ihrem Leben am 5.
September 1942 ein Ende setzte.

Liane Moses wurde am 25. Oktober 1928 in Güstrow als Tochter des Max
Moses und der Grete Moses geb. Simon geboren. Sie hatte einen älteren
Bruder, den 1924 in Güstrow geborenen Werner. Als sie ein halbes Jahr alt war, starb ihr Vater mit nur 33 Jahren. Grete Moses zog daraufhin mit den beiden Kindern nach Limburg.
Nach der Flucht der Mutter nach Holland wohnte Liane Moses ab 1933 im Haushalt ihrer Verwandten Hermann und Jacobine Goldschmidt. Ab dem 1. April 1935 besuchte sie die Volksschule.
Am 15. Oktober 1938 musste Liane Moses die Schule verlassen. Sie
erlebte noch die Ausschreitungen der Kristallnacht im November, bevor sie
im Dezember 1938 nach Amsterdam zu ihrer Mutter reiste.
Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in den Niederlanden wurde sie in
Westerbork interniert. Am 20. April 1943 wurden die 14-jährige Liane
Moses und ihre Mutter Grete Moses nach Sobibor deportiert und nach der
Ankunft am 23. April ermordet. Lianes Bruder Werner Moses war bereits 1942 in Auschwitz ermordet worden.
(Ein Foto von Liane Moses ist unter https://www.joodsmonument.nl/en/page/178336/liane-moses zu finden)

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Quellen & Impressum

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Werner-Senger-Straße 10
65549 Limburg a. d. Lahn
Tel. 06431/203-368
Email: christoph.waldecker(at)stadt.limburg.de