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Familie Ury

Biografie von Sigmar und Hedwig Ury

Zinglerstraße 44 (Verlegung am 25.05.2016)

Der 1880 in Berlin geborene Sigmar Ury kam als Assistenzarzt nach Ulm und eröffnete dort 1912 eine Praxis. Im 1. Weltkrieg war er Stabsarzt. Bei einem Fronturlaub 1915 heiratete er die 1894 in Ulm geborene Hedwig Ullmann. Das Paar bezog 1919 in der Zinglerstraße 44 eine Wohnung neben der Praxis von Sigmar. In der Arztpraxis übernahm Hedwig den Empfang, organisierte die Patientenakten und assistierte bei Behandlungen.

1920 brachte sie ihren Sohn Peter zur Welt. Das Familienleben war durch Musik geprägt. Sigmar sang als Tenor im Ulmer Liederkranz und im Synagogenchor. Das Nazi-Blatt "Stürmer" hetzte schon 1935 gegen Sigmar Ury. Nach dem Approbationsentzug 1938 musste die Praxis geschlossen werden und die Familie in das „Judenhaus“ in der Beyerstraße ziehen. Dort erkrankte Sigmar Ury an Krebs. Dem jüdischen Arzt wurde die ärztliche Versorgung verweigert, so daß er am 10. Mai 1941 starb.

Hedwig wurde im August 1942 nach Theresienstadt deportiert. Dort pflegte sie 2 Jahre lang Alte und Kranke, bis sie Ende Oktober 1944 in Auschwitz vergast wurde. Als amerikanischer Soldat kehrte Peter 1945 für kurze Zeit nach Ulm zurück. Über seine Erlebnisse verfasste er den eindrucksvollen Zeitungsbericht „Ulmer Begegnungen“.

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