Biografie von Hedwig und Wilhelm Müller
Hedwig Müller war als 14jähriges Mädchen mit ihrer Familie nach Kleve gezogen. Ihr Vater betrieb hier ein Kino. 1930 heiratete sie Wilhelm Müller.
Kurze Zeit später endete mit der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten die Normalität, denn Hedwig Müller war Jüdin, ihr Ehemann katholisch. Hedwig Müller war von den Diskriminierungen der Nationalsozialisten betroffen. Wilhelm Müller wurde gedrängt, sich scheiden zu lassen und verlor immer wieder seinen Arbeitsplatz, wenn bekannt wurde, dass er mit einer Jüdin verheiratet war. Seit Dezember 1933 wohnten sie in der Kavarinerstr. 31 unmittelbar neben dem „Haus Koekkoek“.
Um den auf ihnen lastenden Druck zu mildern, ließ Hedwig Müller sich 1936 katholisch taufen und das Ehepaar Müller heiratete kirchlich. In der Denkweise der Nationalsozialisten bedeutete das keinen Schutz, wohl aber konnte der „arische Ehemann“ Hedwig Müller zunächst vor dem Schlimmsten bewahren.
Sie musste erleben, dass andere Juden, u.a. ihre Schwester Helene Meyer und deren Familie, deportiert wurden.
Nachdem ein Mitarbeiter der Klever Polizei Wilhelm Müller 1944 gewarnt hatte, dass auch seine Frau verhaftet werden sollte, fand dieser ein Versteck für sie, zunächst in Rindern und dann in Wulfen. In der Illegalität erlebten die beiden das Kriegsende und sie kehrten nach Kleve zurück.
Schwer traumatisiert und krank waren sie kaum in der Lage, ein normales Leben aufzubauen. Sie erhielten nur minimale Wiedergutmachungszahlungen und lebten bis zum Tod krank und arm am Rande der Stadt.
Hedwig Müller wurde auf dem jüdischen Friedhof beigesetzt, seit 2006 befindet sich dort eine Grabplatte.
Hedwig Müller geb. Bernhard (Steele 1899 – 1969 Kleve)
Wilhelm Müller (Hagen 1903 – 1973 Kleve)
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Quellen & Impressum
Haus der Begegnung – Beth HaMifgash e.V.
mifgash.de
Die AG Geschichte besteht seit April 2014. Ihre Aufgabe ist die weitere Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Kleve.
Autorin und Ansprechpartnerin: Helga Ullrich-Scheyda · helga@scheyda.de