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Frieda und Max Schottig

Biografie von Frieda und Max Schottig

Max Schottig kam 1877 (6. Juli) in Stampfen (Stupova Slovo), Bezirksamt Pressburg zur Welt, so dass er bei seiner Geburt ungarischer Staatsbürger war. Sein Vater, Moritz Schottig, betrieb einen Antiquitätenhandel in Stampfen, von der Mutter Regina Schottig ist keine berufliche Tätigkeit bekannt. Irgendwann zog er nach München, wo er im Textilbereich arbeitete und 1911 im Alter von 34 Jahren die neun Jahre jüngere Frieda Prell heiratete (24.10.1911), Tochter eines Schmiedemeisters aus Waldmünchen im Bayerischen Wald, bis kurz vor der Hochzeit katholisch.

Dann aber war sie aus eigener Überzeugung, wie sie später schrieb, zum Judentum konvertiert. Ein Jahr später (September 1912) zog das Ehepaar nach Regensburg, von wo aus Max Schottig als Reisender im Textilbereich unterwegs war. Die junge Familie wohnte in der Drei-Kronen-Gasse 6. Es gibt auch einen Hinweis auf einen Wäscheversand (im Restitutionsverfahren), der sich aber bisher nicht nachweisen lässt.

Zur Familie gehörten nach einiger Zeit auch zwei Kinder: der Sohn Moritz (geb. 26.5.1919) musste auf Druck der Nationalsozialisten die Oberschule abbrechen, weswegen er eine Schlosserlehre begann, in der er es bis zum Gesellen brachte, der Meister aber blieb ihm ebenfalls aus ideologischen Repressionen verwehrt. Von der Tochter Regina (geb. 30.5.1920) sind Schul- und Berufsausbildung nicht bekannt. Beide Kinder wanderten zu einem nicht bekannten Zeitpunkt nach Palästina aus und retteten damit ihr Leben.

Nach Ausführungen von Frieda Schottig habe ihr Mann bereits im Laufe des Jahres 1937 seine Konzession als Reisender verloren, so dass man ab diesem Zeitpunkt auf Ersparnisse zurückgreifen musste. Auf jeden Fall meldete Max Schottig sein Gewerbe am 1. Oktober 1938 zum 26. Oktober ab, zwar vor der Pogromnacht, aber offensichtlich auf Druck der „Arisierungsverfahren“. Im Mai 1941 (15.5.) zog das Ehepaar Schottig nach Karthaus-Prüll Nr. 23/1.

Im April 1942 (14.4.), keine zwei Wochen nach der ersten großen Deportationswelle der jüdischen Bewohner von Regensburg (nach Piaski), wurde das Ehepaar gezwungen, mit nur wenigen Stunden Vorlauf in das Altenheim in der Weißenburgstraße 31 zu ziehen, fast ihren gesamten Besitz zurücklassend. Mit
solchen erzwungenen Umzügen bereitete die Gestapo die Deportation aller über 65 Jahre alten Juden nach Theresienstadt vor, um sie dort zu ermorden. Als seine Frau am 13. Juli dieses Jahres verhaftet und nach mehrwöchiger Haft im Gest
apo-Gefängnis Regensburg in das Konzentrationslager Ravensbrück transportiert wurde, sah er sie zum letzten Mal.

Während am 23. September die Bewohner des Altenheims in der Weißenburgstraße nach Theresienstadt deportiert wurden, blieb Max Schottig zurück und musste Mitte Oktober (12.10.1942) in das jüdische Gemeindehaus in der Schäffnerstraße 2
ziehen. Hier blieb er nicht ganz 1 ½ Jahre, am 23. Februar 1944 verbrachte ihn die Gestapo in das „Jüdische Altenheim in der Iranischen Straße 2“ nach Berlin (lt. Mitteilung der Gestapo vom 26.2.1944). Die Angabe „Altenheim“ ist jedoch fehlerhaft, es handelte sich um das Jüdische Krankenhaus.

Die Faktoren, die zu dieser Verlegung nach Berlin führten, aber auch die, die ihn schließlich am Leben ließen, gehören zu den bizarren Widersprüchen der Rasseideologie des Nationalsozialismus. Weil Frieda Schottig vor ihrer Konversion zum Judentum und ihrer Eheschließung mit Max Schottig katholisch und
deutsche Staatsbürgerin gewesen war, galt sie als Teil der „arischen“ Volksgemeinschaft, die Ehe als „Mischehe“. Aus Furcht vor Unruhe in der Bevölkerung verhinderten Mitglieder der Reichregierung die Absicht des RSHA (Reichssicherheitshauptamt), die Partner dieser Ehen und ihre Kinder zu ermorden
bzw. zu einem späteren Zeitpunkt die Zwangannullierung dieser Ehen, was zum Tod der jüdischen Partner geführt hätte. Obwohl man im Konzentrationslager Ravensbrück großen Druck auf Frieda Schottig ausübte, lehnte sie regelmäßig eine Scheidung ab und rettete damit ihrem Mann das Leben.

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