Biografie von Sophie Israel, Marianne Kopf und Tobias Kopf
Sophie Israel, geb. Kopf
geb. am 16.12.1912 in Mönchengladbach
1942 aus Holland deportiert, am 31.08.1942 in Auschwitz ermordet
Tobias Kopf
geb. am 02.02.1883 in Rozniatowo (Galizien)
1938 abgeschoben Richtung Polen deportiert nach Riga, wahrscheinlich dort ermordet
Marianne Kopf, geb. Katz
geb. am 25.12.1893 in Rosulna (Galizien)
1938 abgeschoben Richtung Polen Besuch in Hilden Juli 1939, seit 06.07.1939 verschollen
Tobias Kopf lebte seit 1902 in Deutschland, 1913 kam er mit seiner Familie nach Hilden. Zusammen mit seiner Frau führte er ein Schuhgeschäft, das er wegen der schwierigen finanziellen Situation im Dezember 1929 auf seine Frau übertrug.
Diese Tatsache wurde als ein Grund angeführt, warum der Einbürgerungsantrag der Familie, Anfang 1930 gestellt, durch die Industrie- und Handelskammer in Düsseldorf abgelehnt wurde. Der Innungsausschuss Hilden äußerte sogar die Vermutung, die Familie wolle sich durch die Einbürgerung eine spätere Unterstüt-
zung sichern, wenn sie sich geschäftlich nicht mehr halten könne.
Die Hildener Prüfstellen dagegen stellten Tobias Kopf ein absolut positives Zeugnis aus, sowohl in Bezug auf seine geschäftliche als auch auf seine persönliche
Integrität, er und seine Familie seien „ein wertvoller Bevölkerungszuwachs“, Kopf selbst ein „anständiger, ehrlicher Charakter“.
Das half aber nicht, dem Antrag auf Einbürgerung wurde nicht stattgegeben, worauf Tobias Kopf im März 1932 seinen Antrag zurückzog, um ihn später noch
einmal stellen zu können, wenn sich seine Einkommensverhältnisse gebessert hätten. Dazu kam es jedoch nicht.
Durch die 1933 erlassenen Nürnberger Gesetze wurde immer mehr Menschen jüdischer Herkunft die Existenzgrundlage entzogen, sie mussten ihre Geschäfte aufgeben, die Ausübung verschiedener Berufe wurde verboten, Firmen bekamen andere „arische“ Besitzer. Auch Familie Kopf konnte deshalb ab 1933 das Schuhgeschäft nicht weiterführen. Für sie kam noch erschwerend hinzu, dass sie weiterhin polnische Staatsbürger waren.
Eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung wurde im Mai 1934 aber vom Landrat daran geknüpft, dass die vorhandenen Steuerrückstände zu begleichen seien. Tobias Kopf musste irgendwo Arbeit suchen, er ging weg und war 1935 in Gelsenkirchen gemeldet, seine Familie blieb in Hilden. Hier heiratete Sophie Kopf im März 1938 Kurt Israel und wanderte unmittelbar danach zu den Schwiegereltern nach Amsterdam aus. Von dort wurde sie nach dem Einmarsch der Deutschen 1942 deportiert und
am 31.08.1942 in Auschwitz ermordet.
Tobias und Marianne Kopf wurden aufgrund einer fernmündlichen Verfügung über den „Verbleib polnischer Juden im Reich“ am 28.10.1938 in Hilden festgenommen, ins Polizeipräsidium nach Düsseldorf gebracht und von dort in Richtung Polen abgeschoben. Marianne Kopf kam noch einmal Anfang Juli 1939
nach Hilden, seit dem 6. Juli 1939 ist sie verschollen. Tobias Kopf wurde nach Riga deportiert und dort wahr scheinlich ermordet, ein genauer Todestag ist nicht be-
kannt.
Quelle:
Arbeitskreis Stolpersteine Hilden. Steine gegen das Vergessen. Stolpersteine Hilden. 2. Auflage. Hilden 2013. S. 50,51.
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