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Verbotene Beziehung

Biografie von Anna Orlamünder und Leo Karlsruher

Im 1. Weltkrieg war der Geraer Leo Karlsruher Frontkämpfer auf Seiten des Deutschen Reichs gewesen.

Herr Karlsruher war jüdischer Herkunft. Er hatte mit der Nichtjüdin Anna Orlamünder (geb. in Grana bei Zeitz) einen Sohn (geb. 1931).

Die Nationalsozialisten bekämpften die Beziehung des unverheirateten Paares mit ihren Rassegesetzen. Das Schimpfwort dafür hieß „Rassenschande“. Heiraten durften sie nicht. Ihr Sohn überlebte die NS-Zeit.

1935 wurde Herr Karlsruher nach einer Denunziation durch einen Briefträger verhaftet und zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Als 45-jähriger hatte er seine Arbeit als kaufmännischer Angestellter bei Hermann Tietz verloren. Grund war die „Arisierung“ des Kaufhauses. Nach Verbüßung der Haftzeit bekam er eine Arbeit in der jüdischen Teppichfabrik Halpert & Co.

Leo Karlsruher wurde im Rahmen der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ erneut verhaftet. Im Mai 1938 wurde er nach Buchenwald gebracht. Er kam dort nach kurzer Zeit am Alter von 50 Jahren ums Leben. Auf dem Ostfriedhof befindet sich noch heute seine Grabstelle.

Frau Orlamünder starb bei einem Luftangriff auf Gera 1945. Nikolaistr.5 war ihre Wohnung, vor der am 17.06.2011 die Stolpersteine gesetzt wurden. (MW)

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