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Schicksal eines Scheidungskindes

Biografie von Egon Barasch

Egon Barasch ist 1926 in Gera geboren. Sein Vater Leo verließ nach der Scheidung mit Egons älterem Bruder Michael bereits 1933 Deutschland. Die Mutter Johanna wohnte in Leipzig und arbeitete bei der Reichsbahn-Mitropa (Gastronomie). Egon ging in Gera zur Schule und wohnte bei Tante Hanni und Onkel Hermann in der Steinstraße. Sie hatten ein Friseurgeschäft. Es war eine musikalische Familie. Egon lernte Klavier. Als 1940 sein Onkel verhaftet und im KZ ermordet wird, musste Egon in die Geraer Judenhäuser einziehen.

Egon war jetzt 13 Jahre alt. Er verließ Gera nach Kassel in ein jüdisches Waisenhaus. 1941 wurde er von dort deportiert nach Riga. 1944 ist er in Stutthof bei Danzig. Schon eine Woche später ist er in Trögnitz-Rehmsdorf, einem Außenlager von Buchenwald. In den letzten Kriegstagen 1945 muss er noch nach Bergen-Belsen. Das alles sind Konzentrationslager. Als er dort ums Leben kommt, ist er gerade einmal 18 Jahre alt. Dreizehn von seinen achtzehn Jahren lebte Egon in Gera.

Der Stolperstein befindet sich seit 2.11.2012 vor der elterlichen Wohnung Hospitalstr. 4 heute: Karl-Liebknecht-Str. 4. (MW)

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