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Hinrich Heitmann

Biografie von Hinrich Heitmann

Hinrich Heitmann wurde am 1. Oktober 1898 geboren. Der Sozialdemokrat und Hobbyimker lebte mit seiner Frau Dora und seinen fünf Kindern Heinrich, Friedrich, Käthe, Cord und Hartwig in „Lampens Huus“ in Kirchlinteln.

Hinrich Heitmann arbeitete als Lademeister auf dem Bremer Güterbahnhof. Als im Zweiten Weltkrieg der Bedarf an Soldaten zunehmend wuchs, ersetzte man einige seiner Kollegen durch Zwangsarbeiter. Hinrich Heitmann machte jedoch keinerlei Unterschied zwischen Zwangsarbeitern und deutschen Arbeitern. So gab er den Zwangsarbeitern immer wieder heimlich Brot, wenn niemand hinsah. Eines Tages wurde er allerdings dabei beobachtet und verraten.

Daraufhin verschleppte die Gestapo (Geheime Staatspolizei) Hinrich Heitmann im September 1944 während seiner Spätschicht in ein „Arbeitserziehungslager“ nach Bremen-Farge. Die Gefangenen in Bremen-Farge wurden gezwungen, unter unmenschlichen Bedingungen den U-Boot-Bunker Valentin zu bauen. Hinrich Heitmann war während seiner Haftzeit einer katastrophalen Ernährung, der Brutalität von Lagerführern und Wachmannschaften sowie ständigen Demütigungen ausgesetzt.
Seine Frau und seine fünf Kinder haben erst zwei Wochen nach der Verhaftung erfahren, was passiert ist und wurden in Bezug auf den Aufenthaltsort ihres Mannes, ihres Vaters völlig im Unklaren gelassen. Ein Fischhändler, der ihn beruflich kannte, half letztlich dabei, in Erfahrung zu bringen, wo Hinrich Heitmann sich befand.

Diese Zwangsmaßnahme war zu der Zeit üblich, wenn sich Menschen wie Heitmann gegen das Nazi-Regime stellten, und diente als Abschreckung. Gesundheitlich schwer gezeichnet wurde er nach etwa drei Monaten entlassen.

Im Anschluss an die Befreiung durch die Alliierten boten die Engländer Hinrich Heitmann an, Bürgermeister Kirchlintelns zu werden. Auf Grund zu beengter Wohnverhältnisse lehnte Heitmann dieses Angebot jedoch ab. Politisch aktiv blieb und war Hinrich Heitmann dennoch. In diesem Sinne war er schon 1925 Mitbegründer des Kirchlintler SPD-Ortsvereins und von 1948 bis 1952 Mitglied des dritten Kreistages.
Auf Grund der durch die unmenschlichen Arbeitsverhältnisse in Bremen-Farge hervorgerufenen gesundheitlichen Folgen verstarb Hinrich Heitmann am 29. April 1953 im Alter von lediglich 55 Jahren.

Am 16. Mai 2011 setzte der Kölner Künstler Gunter Demnig auf Initiative der örtlichen SPD vor dem ehemaligen Wohnhaus den Stolperstein für Hinrich Heitmann (Hauptstraße 34). Die Spender des Stolpersteins sind Sigrid und Uwe Lindhorst.

Als in Kirchlinteln die historische Dorfmitte gestaltet wurde, entstand von der Alten Dorfstraße zur Kreepener Straße ein Weg, der am 22. Juni 2014 offiziell eingeweiht und auf Grundlage eines Antrags der SPD-Gemeinderatsfraktion um ihr Mitglied Hermann Meyer "Hinrich-Heitmann-Weg" genannt wurde.

Der Stolperstein und der Name des Wegs erinnern seither an Hinrich Heitmann, der sich in einer unmenschlichen Zeit unabhängig vom persönlichen Risiko so menschlich verhielt und hierfür wiederum so unmenschlich und grausam bestraft wurde.

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