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Erwin Huber

Biografie von Erwin Huber

Erwin Huber wurde am 15. Januar 1903 als unehelicher Sohn der Maria Pauline Haas (1883-1967) in Nendingen geboren. Am 9. November 1903 heiratete Maria Haas den Tuttlinger Instrumentenmacher Karl Huber. Mit der Eheschließung wurde Erwin Haas von Karl Huber legitimiert und erhielt den Namen Huber. Die Familie lebte bis 1931 in der Katharinenstraße 32a und zog dann in die Goethestraße 11, einem Haus das der Stadt Tuttlingen gehörte.

Erwin Huber erlernte wie sein Vater das Handwerk des Instrumentenmachers. Spätestens 1924 erkrankte er an „Schizophrenie“. Diese Krankheitsbezeichnung wurde damals für fast alle psychischen Störungen verwendet und sagt wenig über das Krankheitsbild aus. Über seine Erkrankung ist nichts bekannt. Bereits 1925 wurde er entmündigt, da er sich in der Heilanstalt Rottenmünster befand. Ob er in dem Zeitraum zwischen seiner Ersteinweisung in die Heilanstalt Rottenmünster 1924 und seiner Ermordung 1940 noch einmal zuhause war, wissen wir nicht. Dafür spricht, dass er beim Umzug der Familie ganz offiziell auf den neuen Wohnsitz der Familie umgemeldet wurde.

Spätestens 1924 erkrankte er und wurde am 23. Juli 1924 in die Heil- und Pflegeanstalt St. Vinzenz in Rottweil eingewiesen. Der Antrag auf Invalidenrente wurde am 28. Mai 1925 genehmigt. Die Heilanstalt wurde 1895 von den Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Untermarchtal eröffnet. Sie übernahmen das 1803 säkularisierte Zisterzienserinnen-Kloster Rottenmünster, renovierten die Klostergebäude und nutzten es als private „Irrenanstalt“ mit zunächst 300 Betten, deren Zahl nach und nach auf über 700 erhöht wurden.
1941 wurden alle Einrichtungen der Untermarchtaler Ordensschwestern, einschließlich Mutterhaus, enteignet. Circa 300 Patienten aus der Heilanstalt Rottenmünster wurden in der staatlichen Tötungsanstalt Grafeneck ermordet.

Die erste Abholung war am 3. Februar 1940. Erwin Huber war einer der 45 Patienten, die bei diesem ersten Transport von Rottenmünster nach Grafeneck abgeholt und am gleichen Tag in Grafeneck ermordet wurden. Dr. Josef Wrede, der Leiter der Heilanstalt Rottenmünster, schilderte im Grafeneckprozess seine Versuche, Patienten zu retten. Er hatte zunächst 1939 Listen mit Angaben zur Erkrankung der Patienten ausfüllen und nach Berlin (Reichsminister des Innern) schicken müssen. Als ihm dann eine Liste von 45 Personen zuging, die verlegt werden sollten, begab er sich nach Stuttgart um 15 Personen, die er als tüchtige Arbeitskräfte teilweise als Spezialarbeiter schilderte, zurück zu erhalten. Er glaubte, die Verlegung rückgängig machen zu können und wandte sich an das Innenministerium in Stuttgart, das ihm am 21. Februar die Bitte abschlug. Da waren alle 45 Patienten aber schon lange getötet worden.

Als ihn nach und nach Angehörige der verlegten Patienten von deren Tod unterrichteten, begann er das Ausmaß zu erfassen. Er sagte beim Prozess aus, dass in auffälliger Weise nur Staatspfleglinge abgeholt worden waren und mutmaßte einen finanziellen Hintergrund.
Erwin Huber war einer der 45 Getöteten, er war Staatspflegling, denn er bezog eine Invalidenrente. Am 3. Februar 1940 brachten die grauen Busse der SS ihn von der Heilanstalt Rottenmünster nach Grafeneck, wo er noch am gleichen Tag ermordet wurde. Im gleichen Transport befand sich sein Tuttlinger Nachbar Eugen Birkle.

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