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Familie Borg

Biografie von Isidor und Adolf Borg

Die Gebrüder Isidor Borg, geb. 20.4.1894, und Adolf Borg, geb. 24.8.1890, waren Söhne des zu Altenglan wohnhaft gewesenen Bernhard Borg und seiner Ehefrau Henriette, geb. Flörsheim. Die beiden Brüder besaßen in Kusel in der Bahnhofstraße 36 ein Anwesen. Im Erdgeschoss befanden sich ein Laden, eine Wohnung und eine Toreinfahrt, die zu einem geräumigen Hinterhof mit Stallun-gen und Scheune sowie zu einem Garten führte. Im 1.und 2. Obergeschoss waren Wohnungen der Familien.
Die beiden Brüder betrieben gemeinsam eine Pferdehandlung und waren im weiten Umkreis bestens bekannt. Die Ehefrau von Adolf Borg, Johanna, geb. Alexander, geb. am 14.1.1893, führte in dem erwähnten Laden einen Handel mit Leder, Werkzeugen und Zubehör für das Schuhmacher- und Schusterhandwerk. Die Töchter der Familien besuchten in Kusel die Volksschule und die höhere Töchterschule. Tochter Henriette der Eheleute Adolf Borg konnte noch im Sommer 1938 in die USA emigrieren. Bei dem Pogrom, der so genannten Reichskristallnacht, wurden die beiden Männer Isidor und Adolf Borg inhaftiert und in das KZ Dachau verschleppt. Die Einrichtungen der Wohnung und des Ladens wurden teilweise demoliert und auf die Straße geworfen. Mit anderen jüdischen Bürgern wurden die beiden Frauen und die Tochter Liesel aus der Stadt fortgeschafft. Adolf und Johanna Borg sind in Polen verschollen und wurden für tot erklärt. Isidor und Ernestine Borg kehrten zunächst in ihre Wohnung nach Kusel zurück. Am 20. Oktober 1940 wurden sie in der pfalzweiten Aktion mit vielen anderen in das französische Lager Gurs verschleppt. Isidor wurde nach Auschwitz gebracht und ermordet. Seine Frau wurde von amerikanischen Truppen befreit und wanderte in die USA aus. Tochter Liesel überlebte die Haft in Polen in einem Arbeitslager. Aus dem Gerichtsprotokoll:

"Ich erhielt von Laubenstein die Order, hinüber in das Haus des Juden Borg zu gehen. Dort zerschlug ich die Rollläden mit den Fenstern, wobei mein Stock zerbrach. Ich lief dann hinunter in den Hof und nahm eine eiserne Wagenbrücke an mich, mit der ich weiter auf die Fenster einschlug. Im Innenraum des Hauses, in dem ich mit Lauben-stein, Tross, Ernst Reismann, Jakob Didion, Jakob Müller (Körborn), Julius Blind, Otto Hellriegel und noch verschiedenen Männern (eingedrungen war), fand ich eine Axt, mit welcher ich auf die Möbelstücke des Borg einschlug. Wo ich hinschlug, hat es Löcher gegeben. Bei dieser Zerstörung haben zehn bis zwanzig Mann reingehauen."

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Quellen & Impressum

Bündnis gegen Rechtsextremismus, Kusel

Sprecher des Bündnisses ist: Hans-Christian von Steinaecker
Christian Böhmerweg 12
D 66869 Kusel
Telefon: 06381/ 6008117
Mobil: 0171 640 22 92
E-mail: hcfrost137@outlook.de
In einem umfangreichen Buch ist das Schicksal aller damaligen jüdischen Mitbürger dargelegt. Es trägt den Titel: "... auf Lastwagen fortgeschafft"
Das Buch ist vergriffen, Sie können es aber als
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