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Familie Moritz Weil, Neuwerkhof 8, Lahr

Biografie von Moritz, Bertha und Theo Weil

Stolpersteinverlegung am 5. März 2020 durch Gunter Demnig:
ab 10:00 Uhr

Moritz Weil wurde 1873 in Emmendingen geboren, seine gleichaltrige Frau Bertha geborene Schnurmann in Schmieheim. Hochzeit war am 1. August 1899 in Lahr.
Bertha brachte den Sohn Philip (geboren 1891) mit in die Ehe, der im Ersten Weltkrieg starb. Der gemeinsame Sohn David Theo wurde 1900 in Lahr geboren.

Moritz und David Theo Weil handelten mit Rohprodukten und Alteisen in einem Schuppen auf dem Lahrer Bahngelände. David Theo wohnte bei seinen Eltern. Moritz war im Fußballverein, aus dem er nach der Machtergreifung Hitlers ausgeschlossen wurde.

Vater und Sohn wurden nach der Reichspogromnacht am 11. November 1938 in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Nach ein paar Wochen Inhaftierung konnten sie nach Lahr zurückkehren, wo sie bald aus ihrer Wohnung im Neuwerkhof vertrieben wurden und zwangsweise in das sogenannte Judenhaus in der Schlosserstraße umziehen mussten.

Am 22. Oktober 1940 wurden Moritz, Bertha und David Theo Weil mit insgesamt 21 Lahrer Juden in das Internierungslager Gurs deportiert, am Nordrand der Pyrenäen. Man nannte Gurs den "Vorhof der Hölle", wo Hunger, Kälte, Feuchtigkeit, Schlamm, Ungeziefer und Krankheiten herrschten. Von dort ging David Theos Leidensweg im August 1942 und der Leidensweg seiner Eltern im September 1942 weiter in das Konzentrationslager Auschwitz, wo sie am Tag ihrer Ankunft ermordet wurden.

Quelle: Doris Gerteis 2020-02-28

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Quellen & Impressum

Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim

Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.

Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.

Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.

Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.

Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.

Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.

Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.

Lahr, den 27.01.2025