Biografie von Leopold Lederer, Jeanette "Jenny" Lederer geb. Wertheimer und 3 weitere
Familie Lederer, Leopold, Lotzbeckstr. 15
Leopold Lederer
wurde am 15.04.1889 geboren und war von Beruf Grosshandelskaufmann. Er war jüdischer Abstammung. Leopold war vereiratet mit Jeanette "Jenny" Lederer geb. Wertheimer. Die beiden hatten drei Kinder, Hans, Annaliese und Walter.
17 jüdische Männer, darunter Leopold Lederer, wurden in der Reichsprogromnacht 1938 festgenommen, angeblich zu ihrem eigenen Schutze, bis die Krawalle auf den Strassen Lahrs vorbei seien.
Tatsächlich wurden die Männer in das Konzentrationslager Dachau verschleppt, in
dem sie fünf Wochen lang festgehalten und gequält wurden.
Nach seiner Entlassung lebte Leopold mit seiner Frau noch etwa ein Jahr in Lahr.
Am 22.10.1940 wurde das Paar, zusammen mit allen anderen Lahrer Juden, die noch nicht ausgewandert waren, nach Gurs deportiert. 1942 wurde Leopold Lederer von dort aus weiter nach Auschwitz verschleppt und dort am 28.8.1942 ermordet.
Jeanette "Jenny" Lederer geb. Wertheimer
wurde am 27.01.1895 in Kippenheim geboren.
Auch sie wurde von Gurs aus 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Hans Lederer
wurde am 11.7.1921 in Freiburg geboren. Am 5.6.1938 wurde er mit seinen beiden Geschwistern zu ihrem Schutze in ein Kinderheim in Holland geschickt. Doch schon ein paar Monate später spürten die Nazionalsozialisten die Brüder dort auf.
Annaliese entging diesem Schicksal.
Er wurde mit seinem Bruder in das Konzentrationslager Sobibor deportiert und dort ermordet.
Annaliese Pollack geb. Lederer
wurde am 8.7.1922 in Diersburg geboren.
Ab 1933 besucht sie die Oberrealschule im Gebäude des heutigen Clara-Schumann-Gymnasiums, welche sie 1937 als Jüdin verlassen muss. Sie wechselt für 1 ½ Jahre auf das jüdische Pensionat Wiehler in Konstanz am Bodensee. 1938 ist sie aufgrund der zunehmend unsicherer werdenden Lage für wenige Monate bei ihrer Großtante Thekla Bloch in Berlin. Von dort aus kommt sie mit einem Kindertransport in die Niederlande, wo sie in Arnheim von einer Pflegefamilie aufgenommen wird.
Dort erlernte sie den Beruf der Krankenpflegerin. Am 25. Mai 1943 wurde sie von der Gestapo festgenommen und zuerst ins KZ Westerbork, am 20. Januar 1944 mit dem Transport 388/XXIV/2 ins KZ Theresienstadt deportiert. Im KZ hat sie den aus Prag stammenden Ingenieur Gustav Pollak kennengelernt, den sie nach der Befreiung geheiratet hat. Sie lebte mit ihm in der Tschechoslowakei, in Schweden und in Belgien, wo er am 6. April 1983, sie im Jahr 2005 verstarb.
Walter Lederer
der jüngste Sohn wurde am 7.5.1924 in Lahr geboren. Es erging ihm wie seinem Bruder Hans, auch er wurde in Sobibor ermordet.
Die Gedenksteine aller fünf Familienmitglieder liegen vor dem ehemaligen Wohnhaus in der Lotzbeckstr. 15 und wurden am 17.7.2004 verlegt.
Quelle:
Stolpersteine in Lahr
Ein Geschichtsprojekt mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 10a der Friedrichschule in Lahr, Schuljahr 2013/2014
ISBN 978-3-89735-865-2, Hrsg Historischer Verein für Mittelbaden,
Regionalgruppe Geroldsecker Land Lahr. Verlag Regionalkultur Ubstadt-Weiher
Quelle:
http://gardyruder.de/4opfergr_es/41jued_v_o/419anneliese_pollak/anneliese_pollak.html
Medien
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Quellen & Impressum
Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim
Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.
Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.
Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.
Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.
Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.
Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.
Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.
Lahr, den 27.01.2025