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Familie H. Barth

Biografie von Heinrich, Eda, Suse und Lotte Barth

Ensingerstraße 21 (Verlegung am 12.10.2017)

Heinrich Barth wurde am 27. Juni 1888 in Flehingen als Sohn von Liebmann und Rosa Barth geboren. Dort heiratete er 1919 Eda, geborene Schlesinger, geb. 28. Juni 1896. Nach der Hochzeit ließ er sich mit seinem Bruder Julius in Ulm und Giengen als Viehhändler nieder. Mit der Machtübernahme der Nazis ging das Geschäft stark zurück und Ende 1937 wurde Juden die „Zulassung zum Viehhandel“ endgültig entzogen. Heinrich und Eda bekamen zwei Kinder in Ulm: Lottie, die am 19. April 1920 und Suse, die am 12. Juni 1928 geboren wurde. Die Familie wohnte zunächst in der Basteistraße, dann ab 1920 in der Olgastraße. Im Herbst 1933 zogen sie in den 3. Stock der Ensingerstraße 21 ein. Ende 1939 wurden sie in das „Judenhaus“ Neutorstraße 15 zwangsweise umgesiedelt. Heinrich Barth, der im Ersten Weltkrieg deutscher Frontsoldat gewesen war, wurde in der Reichspogromnacht 1938 misshandelt und zusammen mit seinem Bruder Julius ins KZ Dachau verschleppt. Anders als dieser durfte er im Dezember nach Ulm zurück. Drei Jahre später wurden Eda und Heinrich Barth am 28. November 1941 zusammen mit der 13-jährigen Tochter Suse nach Riga deportiert. Mit ihnen wurde auch die 9-jährige Nichte Beate Bärtig verschleppt. Für sie liegt ein Stolperstein in Flehingen. Keine von ihnen hat das Martyrium überlebt. Tochter Lottie bekam mit Hilfe von Verwandten eine Einreisegenehmigung in die USA und konnte mit 18 Jahren am 30. November 1938, als der Vater im KZ war, Ulm verlassen. Sie heiratete den jüdischen Flüchtling Lewis Greenwood am 13.10.1940 in New York. Das Paar bekam zwei Kinder, Michael und Suzanne, die heute beide Großeltern sind.

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