Biografie von Helene Lewek
Neustadtplatz 6 ... Hier wohnte Helene Lewek
Im Haus Neustadtplatz Nummer 6, der früher Moltkeplatz hieß, wohnte und lebte Helene Lewek, geboren am 29. Juli 1881 in Mikstat. Am 22. Juni 2010 wurden zur Erinnerung an Helene Lewek zwei Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt. Einer der Stolpersteine wurde am Neustadtplatz 6 verlegt. Dieses Haus war ab Ende der Dreißiger Jahre ein so genanntes "Judenhaus". Der Begriff "Judenhaus" wurde im nationalsozialistischen Deutschen Reich im Alltags- und Behördengebrauch für Wohnhäuser aus ehemals jüdischem Eigentum verwendet, in die ausschließlich jüdische Mieter und Untermieter eingewiesen wurden.
Die Belegungsdichte innerhalb der "Judenhäuser" wurde seit 1939 gesteigert, bis schließlich pro Haushalt (egal ob Einzelperson oder Familie) nur noch ein Raum, bei gemeinsamer Benutzung der sanitären Anlagen, zur Verfügung stand. Neben ideologischen Gründen bestimmten auch handfeste materielle Interessen diese Maßnahmen. Die Auswahl der Häuser und die zwangsweise Umquartierung der Betroffenen erfolgte zunächst durch das städtische Wohnungsamt. Den Menschen wurden pro Person sechs bis acht Quadratmeter Wohnfläche zugestanden. Der jüdische Schriftsteller Victor Klemperer notierte über ein Dresdner Judenhaus: "Cohns, Stühlers, wir. Badezimmer und Klo gemeinsam. Küche gemeinsam mit Stühlers, nur halb getrennt - eine Wasserstelle für alle drei (...) Es ist schon halb Barackenleben, man stolpert übereinander, durcheinander."
Klemperer schreibt in seinen Tagebüchern mehrfach über selbst erlebte "Haussuchungspogrome", bei denen die Bewohner von Gestapobeamten beleidigt, bespuckt, geohrfeigt, getreten, geschlagen und bestohlen wurden. "Im Aufwachen: Werden "Sie" heute kommen? Beim Waschen…: Wohin mit der Seife, wenn "Sie" jetzt kommen? Dann Frühstück: alles aus dem Versteck holen, in das Versteck zurücktragen. (...) Dann das Klingeln ... Ist es die Briefträgerin, oder sind "Sie" es?"
Ein weiterer Stolperstein für Helene Lewek wurde am Standort der ehemaligen Ausstellungshalle an der Wildenbruchstrasse /Wildenbruchplatz verlegt. (Auf dem Gelände befindet sich heute das Gebäude der Landesbehörde Straßen.NRW und eine Polizeiwache) Die Austellungshalle wurde von den Nazis im Januar 1942 als Sammellager für die Deportation Gelsenkirchener Juden nach Riga genutzt. Dort entzog sich Helene Lewek der Deportation, in dem Sie die Flucht in den Tod wählte.
Medien
Fotos
Kostenlos dank Ihrer Hilfe
Diese Biografie ist frei zugänglich. Wenn Ihnen der Stolpersteine Guide gefällt, freuen wir uns über einen kleinen Beitrag.
Stolpersteine in der Nähe
Hulda Silberberg70 m
Flora Isacson370 m
Erich Lange390 m
Else Goldschmidt580 m
Annemarie Zorek590 m
Fritz Goldschmidt650 m
Quellen & Impressum
Gelsenzentrum Gemeinnütziger Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen
Gelsenzentrum e.V.
Gemeinnütziger Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen
Devensstraße 111
45899 Gelsenkirchen
Ansprechpartner: Andreas Jordan
Telefon: 0209/9994676
E-Mail: a.jordan(ätt)gelsenzentrum.de
Web: www.stolpersteine-gelsenkirchen.de
www.gelsenzentrum.de
Verantwortlich nach § 6 Abs.2 MDStV und Vertretungsberechtigter: Andreas Jordan
Devensstraße 111
45899 Gelsenkirchen
GELSENZENTRUM e.V. - "Gemeinnütziger Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Gelsenkirchen" ist unter der Registernummer 10Vr 1077 im Vereinsregister des Amtsgerichts Gelsenkirchen-Buer einge-tragen. Laut Bescheid des Finanzamtes Gelsenkirchen-Süd dient GELSENZENTRUM e. V. nach der eingereichten Satzung ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten und gemeinnützigen Zwecken im Sinne der §§ 51 ff. AO und gehört zu den in § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG bezeichneten Körperschaften. GELSENZENTRUM e.V. ist nach § 52 Abs. 2 AO als besonders förderungswürdig anerkannt.
Spendenkonto
Kontoinhaber: GELSENZENTRUM e. V.
Sparkasse Gelsenkirchen
IBAN: DE79420500010132015927
BIC: WELADED1GEK
Auf Wunsch übersenden wir ihnen eine abzugsfähige Spendenbescheinigung.