Biografie von Paula Back, Moritz Back und 3 weitere
Ebertstraße 1 ... Hier wohnte Familie Back
Der am 16. November 1880 in Lichtenau geborene Rechtsanwalt Moritz Back heiratete am 12. September 1921 standesamtlich in Limburg die am 24. Januar 1893 in Limburg/Lahn geborene Näherin Paula Hecht. Das junge Ehepaar zog in eine gemeinsame Wohnung in Gelsenkirchen an der Wallotstraße 7.
In der Folgezeit wurden ihre drei Kinder in Gelsenkirchen geboren, am 3. Oktober 1922 Hilde, am 6. November 1923 Ernst Ludwig und am 30. November 1928 Klaus Friedrich. Von 1931 bis Ende 1933 wohnte die Familie an der Zeppelinallee 55, zog dann in die Litzmannstraße 1, die heutige Ebertstraße. Dort wohnte die Familie nach Angaben von Ernst Back bis 1942.
Schon kurz nach der Machtübergabe an die Nazis im Januar 1933 war auch Moritz Back von dem am 1. April stattfindenen reichsweiten Boykott gegen jüdische Geschäfte und Warenhäuser, Ärzte und Rechtsanwälte betroffen. Er konnte jedoch seinen Beruf als Rechtsanwalt als so genannter "Frontkämpfer" zunächst weiter ausüben. Später wird ihm - wie allen jüdischen Rechtanwälten - die Zulasung als Rechtsanwalt beim Amts- und Langericht entzogen. Als so genannter "Konsulent" darf er ab Oktober 1938 nur noch Juden beraten und vertreten. Die drei Kinder des Ehepaars Back konnten Ende der Dreißiger Jahre mit Kindertransporten aus Deutschland fliehen und überlebten so in Schweden. Die Eltern dagegen konnten Deutschland nicht mehr verlassen. Etwa im April 1942 wurden Moritz und Paula Back dann von den NS-Behörden gezwungen, in eines der so genannten "Judenhäuser" an der Klosterstraße 21 zu ziehen.
Am 31 Juli 1942 wurden Moritz und Paula Back zusammen mit anderen jüdischen Menschen aus Gelsenkirchen nach Theresienstadt deportiert. Dort starb Moritz Back am 20. Dezember 1942, nach der "Todesfallanzeige" angeblich an "Herzmuskel-entartung". Paula Back, die in einem letzten Brief vom 8. Januar 1943 an ihre Kinder in Schweden schrieb, dass sie in Theresienstadt bei einem Arzt arbeitete, wurde kurze Zeit später von dort weiter nach Auschwitz verschleppt, wo sie am 29. Januar 1943 ermordet wurde.
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