Biografie von Max Guthmann und Else Guthmann, geb. Löwy
Familie Guthmann wohnte in Worms in der Röderstraße 5, im eigenen Haus, ab 1934 in der Röderstraße 11.
Max Guthmann übernahm vom väterlichen Betrieb (Malzfabrik und Getreidehandel) den Getreidehandel. Außer dem Getreidehandel betrieb er einen Braugersten-, Malz- und Futtermittelimport, Auch im öffentlichen Lebe von Worms spielt er eine Rolle. Er war Gründungsmitglied der jüdischen Dalberg-Loge in Worms und gehörte ihr bis zu ihrer Auflösung im Dritten Reich an. 1925 war er Vorsitzender des Börsenvereins. Als Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei war er von 1919-1922 und von 1926-1930 Stadtverordneter. Bereits 1913 ist er neben Ludwig Frhr. von Heyl im liberalen Lager kommunalpolitisch nachweisbar.
Die Eheleute Guthmann bemühten sich um Auswanderung nach England, Südafrika und USA, jedoch ohne Erfolg. 19421 mussten sie Wohnung und Haus aufgeben und zogen in die Andreasstraße 23. Am 12.6.1942 hatten sie zwangsweise, wie viele der noch in Worms verbliebenen Wormser Juden, in eines der Häuser bei der zerstörten Synagoge umzuziehen, und zwar in die Hintere Judengasse 2 (jüdisches Gemeindehaus).
Max und Else Guthman wurden am 27.9.1942 nach Theresienstadt deportiert. Max Guthmann starb dort am 15.12.1942 an einer Vergiftung. Seine Frau wurde am 9.10.1944 noch nach Auschwitz verschleppt und kam dort ums Leben.
Überlebende berichteten, wie vorbildlich, hilfsbereit und gütig das Ehepaar und besonders Frau Guthmann nach dem Tod ihres Mannes sich im schweren Lagerleben verhalten haben.
Das Ehepaar Guthmann hatte drei Kinder:
Lisbeth, geboren 1910 in Worms
Ernst Stephan, geboren 1911 in Worms
Werner, geboren 1917 in Worms
Lisbeth war 1933/34 in Prag, lebte dann in Worms. 1937 heiratete sie den Rechtsanwalt Dr. Kurt Jakobsohn ais Berlin. Sie und ihre Familie wurden deportiert und umgebracht.
Ernst Stephan studierte Jura, war Gerichtsreferendar, durfte aber dann seinen Beruf nicht ausüben. Ende 1933 ging er nach Mailand, später nach Rhodesien, schließlich 1948 in die USA. Er lebte bis zu seinem Tod 1992 in Norwalk Connecticut.
Werner Max Guthmann meldete sich am 7.9.1936 nach Südafrika ab und starb dort schon bald.
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Quellen & Impressum
Warmaisa ist der alte hebräische Name für die Stadt Worms, die Raum für eine der bedeutendsten jüdischen Gemeinden bot und deshalb auch »Klein-Jerusalem« genannt wurde. Seit 2021 ist sie als SchUM-Stadt zusammen mit Mainz und Speyer offiziell immaterielles Weltkulturerbe.
Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, in Worms und in der Region die historische und gegenwärtige lebendige jüdische Kultur zu pflegen und zu fördern und den Menschen deren große Bedeutung nahezubringen.
Sehr wichtig ist uns in diesem Zusammenhang auch die Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Mainz-Worms, der Stadt Worms und anderen für unsere Arbeit relevanten Institutionen.
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