Biografie von Berta Pahl
Kreuzstraße 18, Lörrach
Berta Pahl wurde am 28. Dezember 1889 in Lörrach geboren und am 2.2.1890 hier evangelisch getauft. Ihre Eltern, Wilhelm Pahl (auch Paal), geb. 16.8.1852 in Lörrach-Stetten und seine Frau Luise (geb. Lauer, 4.5.1854) kamen einst aus der Bodenseeregion nach Lörrach. Sie erwarben das Grundstück in der Kreuzstr. 18 auf dem sie das Haus errichteten, das sich bis nach 2010 noch im Besitz der Familie Heinzelmann-Emden befand. Nach der Hochzeit mit dem Zollsekretär Friedrich Heinzelmann-Emden lebten die beiden in der Kreuzstraße 18. Die Söhne, Erich Heinzelmann-Emden wurden 1922 und Friedrich 1924 geboren.
Über Bertas Erkrankung, die über Jahre andauert, ist nur wenig bekannt. Der Geburt von Fritzeli (Friedrich) folgte offenbar eine Depression, die zu einer psychiatrischen und später stationären Behandlung führte. Als Stationen wurden die Nervenklinik Emmendingen, das Landeskrankenhaus Reichenau und die badische Pflegeanstalt Rastatt dokumentiert. Im März 1939 lässt sich Friedrich Heinzelmann von seiner chronisch kranken Frau scheiden.
In der Akte 463 1984/1, Nr. 6, Pflegeanstalt Rastatt, ist noch eine Karteikarte von Frau Pahl zu finden. Die staatliche Heil- und Pflegeanstalt Rastatt übernahm ab 1934 die Rolle einer badischen "Verwahranstalt", in die Patienten aus den verschiedenen badischen Einrichtungen gebracht wurden, die nicht mehr therapiert werden sollten oder konnten. Zur Minimierung der Kosten war die Anstalt extrem unterversorgt. Im September 1939 wurde die Anstalt in Rastatt komplett geräumt und existierte fortan als "Anstalt in der Anstalt" im württembergischen Zwiefalten weiter.
Zum Zeitpunkt ihrer Deportation am 31. Mai 1940 wurde die 50jährige Berta Pahl in einem der berüchtigten grauen Busse von Zwiefalten in das ehemalige Behindertenheim des Samariterstifts Stuttgart in Grafeneck bei Reutlingen gebracht. Wie alle anderen Menschen in Grafeneck auch, wurde Frau Pahl direkt nach der Ankunft in der Tötungsanstalt mit Kohlenmonoxidgas ermordet. Ihr Todestag war der 31.05.1940. Zur Vertuschung gab die Anstaltsleitung eine Lungenentzündung als Todesursache an und verlegte den Todestag auf den 23.06.1940.
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