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Berta und Dr. Stefan Salomon Frank,

Biografie von Berta und Dr. Stefan Salomon Frank

Königssträßle 34
Ehepaar Berta und Dr. Stefan Salomon Frank,
Berta Frank geborene Weißenburger - *02.08.1873 in Bretten und Dr. Stefan Salomon Frank -*27.08.1866 in Elberfeld heirateten am 02.01.1900 in Stuttgart-Bad Cannstatt. Sie hatten zwei Kinder: Sohn Richard Ernst *04.10.1900 in Stuttgart und Tochter Erna Gertrude *01.06.1906 in Brüssel.

Stefan Salomon Frank war Kaufmann und nahm im Sommer 1902 wieder die Auslandsvertretung für die Dr. Theinhardt Nährmittel Gesellschaft mit Sitz in Brüssel auf. Deshalb besuchte der Sohn Richard Ernst dort die Deutsche Schule und wuchs zweisprachig auf.

1918 verließ Stefan Salomon Frank Brüssel, weil er sich eindeutig auf die deutsche Seite stellte. Die Familie lebte zunächst bei den Großeltern in Stuttgart-Bad Cannstatt in der Hofener Straße. 40. Später in der Schmidener Straße 19 und zog 1936 in das in Stuttgart-Degerloch gekaufte Haus Königsträßle 34, dessen Besitzer vorher Karl Loew und seine Ehefrau Marie Loew geborene Haag waren - je zur Hälfte.

Der Sohn Dr. Richard Ernst Frank emigrierte am 31.03.1939 in die USA und lebte 1962 dort in Grand Forks in North Dakota. Er hatte in Stuttgart und Freiburg Chemie studiert und 1926 zum Dr. phil. nat. promoviert. Seit 1929 war er gemeinsam mit seinem Vater selbständiger Vertreter der DEGUSSA für chemische technische Verfahren. Im März 1936 wurde ihnen der Vertretervertrag von DEGUSSA gekündigt. In den USA war Dr. Richard Ernst Frank bis 1948 als Chemiker in der Industrie tätig. Ab dann übernahm er eine Professur in analytischer Chemie an der Staatsuniversität von North Dakota. 1957 heiratete er Mary Margaret French. Das Ehepaar hat keine Kinder.

Die Tochter Erna Gertrude Frank emigrierte am 15. 02. 1940 in die USA und lebte 1961 in Milwaukee in Wisconsin.

Dr. Richard Ernst Frank versuchte 1941, seinen Eltern noch die Auswanderung zu ermöglichen, was aber nicht mehr glückte! Seine Eltern wurden zuerst nach Buchau a. F. zwangsevakuiert und von dort am 22.08.1942 nach Theresienstadt deportiert, wo beide 1943 umkamen.

Der Vater von Berta Frank, Hermann Weißenburger, gründete 1862 zusammen mit Christian Beuttenmüller eine der ersten moderne Blech- und Metallwarenfabriken in Bretten. „Laut Firmengeschichte war er es, der nach einem USA-Aufenthalt dem jungen Kaufmann Christian Beuttenmüller in Bretten von den neu entdeckten Ölquellen und den innovativen Öllampen in Amerika erzählte und der daraufhin die erste Erdöllampenfabrik Europas gründete.“
Information aus dem Stadtarchiv Bretten vom 04.05.1922 nach Recherche von Klaus Maier-Rubner, Initiative Stolpersteine Göppingen.

Verlegung des Stolpersteins: 15. März 2008

Recherche und Text: Doris Neu, Initiative Stolpersteine Stuttgart-Fildervororte.
Quellen: Staatsarchiv Ludwigsburg.

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