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Heinrich (Hein) Brenner

Biografie von Heinrich ("Hein") Brenner

Der 1908 geborene Hein Brenner stammt aus einer protestantisch geprägten, weit verzweigten Hühnerfelder Bergmannsfamilie. Nach dem 1. Weltkrieg hat sich fast die gesamte Familie zunächst in der USPD, später in der KPD organisiert. Die Lebensstationen des jungen Hein sind gleichsam familiär vorgezeichnet: acht Jahre Volksschule, mit 14 auf die Grube Altenwald, aktive Vereinsmitgliedschaften im links-proletarischen Milieu. 1928 tritt er in die KPD ein und wird technischer Leiter der Ortsgruppe des Roten Frontkämpferbundes. Er heiratet, wird Vater zweier Töchter.
Das Jahr 1930 ist ein Einschnitt in seinem Leben. Nach einer Schlägerei mit seinem Steiger wird er auf der Grube entlassen und findet nur noch Gelegenheitsarbeiten, bei der Gemeinde und bei der Bahn. Das Geld ist knapp, er wird wegen mehrfachen Kohlediebstahls von Halden bestraft – Vergehen, die ihm zeitlebens vorgeworfen werden sollen. Vor der Saarabstimmung ist er als Rotfrontkämpfer an Demonstrationen und Aufmärschen beteiligt und verteilt Flugblätter und Zeitungen für den „Status quo“.
Zusammen mit seinem Freund Peter Groß flüchtet er am 18. Januar 1935 nach Frankreich. Doch im Juni desselben Jahres beschließen beide, das Emigrantenlager in Lourdes, in dem sie einquartiert sind, zu verlassen und nach Sulzbach zurückzukehren. Das politische Klima ist nun stramm national, die materiellen Sorgen der Familie sind groß, auf der Grube sind „Statusquoler“ unerwünscht. Kurzzeitige Hilfsarbeiten bei der Rodung des Ensheimer Flugplatzgeländes und im Fischbacher Forst helfen notdürftig über die Runden. Ein nächtlicher Streit mit drei SA-Leuten, denen er auf ihre Provokation hin entgegnet haben soll, sie könnten ihn ruhig nach Dachau schaffen, „denn was ich war, bin ich heute noch“, hat Folgen. Vom zuständigen Polizisten gewarnt, tritt er im Dezember 1936 zum zweiten Mal den Weg ins Exil an.
Diesmal geht er, zusammen mit dem Schnappacher Julius Schneider, nach Spanien, zu den Internationalen Brigaden. Ein Jahr später wird er in der Schlacht von Teruel durch einen Schuss ins linke Bein schwer verwundet. Er wird zunächst in spanischen Lazaretten behandelt, nach dem Rückzug der Interbrigadisten aus Spanien in französischen Hospitälern. Immer wieder wird er operiert, eine Fußprothese erleichtert ihm das Gehen. Als der Krieg ausbricht, wird er in Bordeaux interniert, doch im Sommer 1940 schafft er es mit gefälschten Papieren noch rechtzeitig in den unbesetzten Teil Südfrankreichs. Dort trifft er bei Andorra auf eine Gruppe von Saaremigranten und bleibt einige Monate lang bei ihnen. Doch Frankreich ist ihm zu unsicher. Beim mühsamen Versuch, sich zu Fuß über den Pyrenäenkamm nach Spanien zu retten, wird er von deutschen Gebirgsjägern aufgegriffen und verhaftet. Es beginnt für ihn die Zeit der Gefängnisse und Lager.
Über das Gefängnis Frèsnes bei Paris und das Landgerichtsgefängnis Trier gelangt Hein Brenner ins Saarbrücker Gefängnis Lerchesflur. Mehrmals wird er von dort in die berüchtigte Gestapozelle des Saarbrücker Schlosses gebracht und misshandelt. Es folgt die sogenannte „Schutzhaft“ im badischen KZ Kislau und im Saarbrücker Lager Neue Bremm. Und dann wird er ein letztes Mal deportiert: Nach tagelangem Transport ohne Essen kommt er am 27. Mai 1944 völlig entkräftet im KZ Dachau an. Willi Kunkel, ein Spanienkämpfer aus Dudweiler, erkennt ihn beim Eintreffen im Lager. Und er sammelt in seiner Baracke Brot für den fast Verhungerten. Langsam kommt Hein Brenner wieder zu Kräften. Bis April 1945 arbeitet er in den KZ-Werkstätten als Richtmeister für optische Geräte. Als die Alliierten näher rücken und die Wachmannschaften die Häftlinge zum Todesmarsch Richtung Bad Tölz treiben, kann er sich im Lager verstecken. Er erlebt die Befreiung des Lagers durch die Amerikaner und kehrt im Juni 1945 nach Sulzbach zurück.
In Hühnerfeld gründet Hein Brenner ein Fuhrunternehmen. Da sein verwundetes Bein nicht heilt, muss der Unterschenkel 1947 amputiert werden. Dennoch verrichtet er weiterhin schwere Arbeit, schleppt Kartoffeln und Kohlen. Er heiratet ein zweites Mal – seine erste Frau hatte sich 1937 von ihm scheiden lassen – und wird noch einmal Vater. Doch die Erinnerungen an die KZ-Zeit lassen ihn bis zu seinem Tod 1986 nicht mehr los. Entschädigung nach dem Bundesentschädigungsgesetz ist Hein Brenner zeitlebens verwehrt geblieben.
Die Patenschaft für den Stolperstein, der in der Hühnerfelder Trenkelbachstraße künftig an Hein Brenner erinnern soll, hat Familie Gross vom Hotel Dolfi in Hühnerfeld übernommen. Vielen Dank dafür!

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Initiative Stolpersteine Sulzbach/Saar

Petra Pabst - saarlodria@aol.com