Biografie von Karl Trapp
Verlegung des Stolpersteins am 08.09.2022
Die frühere Adressierung "Am Walkenbuck 2" ist heute "Geroldsecker Vorstadt 95".
Die traurige Geschichte über den Jenischen Karl Trapp.
Karl Trapp wurde am 18.06.1938 in Lahr von der GESTAPO verhaftet.
Als Grund gab man "Asozialer" an, doch er wurde verhaftet, weil er ein Jenischer war.
Nach seiner Verhaftung wurde er nach Buchenwald deportiert. (zeitgleich mit Viktor Berger, mit dem er in einem verwandtschaftlichen Verhältnis stand.)
Im Konzentrationslager Buchenwald musste er, wie die meisten Häftlinge, schwere Zwangsarbeiten verrichten.
Im April 1939 wurde er wieder entlassen. Karl Trapp war anschließend so traumatisiert durch die Ereignisse in Buchenwald, dass er für den Rest seines Lebens in grausamster Weise demoralisiert war.
Nach seiner Entlassung wurde er sehnsüchtig von seiner Ehefrau und seinen vier Kindern erwartet. Karl Trapp war allerdings und nachvollziehbar nicht mehr der Mann und Vater, der er vor seiner Deportation gewesen war.
Er konnte die grausamen und prägenden Erlebnisse, die er selbst sah und miterleben musste, nie wirklich verarbeiten. Darunter litt auch der Rest der Familie Trapp.
Bei Nacht packte ihn die Angst und er floh mit den Kindern in den Wald. Dort schrie er immer wieder: „sie werden uns holen und uns verbrennen!“
Dieses Szenerio wiederholte sich in den darauffolgenden Jahren immer wieder, so dass seine Kinder anfingen, prophylaktisch in ihrer Tageskleidung zu schlafen.
Nach dem Krieg im Jahre 1947, kam seine jüngste Tochter Helga Trapp (Rufname: Bärbel) zur Welt.
Karl Trapp suchte immer wieder Hilfe bei verschiedenen Ärzten sowie geistlichen Beistand bei den Pfarrern, die Ihn allesamt für verrückt erklärten. Aus diesem Grund wurde er einige Zeit später in die "Irrenanstalt" Klingenmünster eingewiesen, in der er den Rest seines Lebens verbrachte und schließlich auch verstarb.
In der Familiengeschichte der Familie Trapp wiegt dieses grausame Schicksal so schwer, dass man in der Vergangenheit nicht darüber sprach.
Text: R. Schwarzenberger/M. Trapp
Bild: R. Schwarzenberger
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Quellen & Impressum
Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim
Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.
Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.
Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.
Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.
Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.
Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.
Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.
Lahr, den 27.01.2025