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Familie Brylewski

Biografie von Aron und Emma Brylewski

Aron (Adolf) Brylewski wurde am 3. 11. 1877 in Inowraclaw in Polen geboren. Seine Ehefrau Emma Brylewski geb. Schaye kam am 28. 12. 1877 in Schönlake zur Welt. Mitte der 1920er Jahre zogen die Brylewskis nach Suhl. Das Ehepaar lebte in einer Villa in der Kellerstraße 4. Emma Brylewski bekam drei Kinder. Die Tochter Elfriede Brylewski wurde am 9. 4. 1906 in Suhl geboren. Sie heiratete am 11. 10. 1926 in Suhl Ludwig Spangenthal. Dieser wurde am 22. 2. 1894 in Spangenberg/ Kreis Melsungen geboren. Die Familie zog nach Eisenach und Elfriede gebar dort zwei Söhne, Hans-Günther am 9. 1. 1930 und Ernst-Jochen am 27. 6. 1935. Der älteste Sohn von Aron und Emma Brylewski hieß Werner und erblickte am 19. 7. 1907 das Licht der Welt. Werner Brylewski starb am 21. 11. 1961. Das Geburtsdatum des zweiten Sohnes, Heinz Brylewski, ist nicht bekannt. Er emigrierte wahrscheinlich 1937 nach Dänemark und absolvierte dort bis Februar 1938 eine landwirtschaftliche Ausbildung. Anschließend ging er nach Südamerika.

Aron Brylewski übernahm das im 19. Jahrhundert entstandene Warenhaus am Markt von Herrn Leschziner. Das Sortiment bestand aus Herren- und Knabenkleidung. Das Kaufhaus besaß einen großen und treuen Kundenstamm. Neben dieser Tätigkeit war Aron Brylewski auch gesellschaftlich aktiv. Er gehörte zur Repräsentanz der Synagogengemeinde und assistierte oftmals zusammen mit Wolf und Daniel Nußbaum dem Lehrer Abraham Levi, weil dieser den Gottesdienst in der Synagoge nicht bis zum Schluss leiten konnte. Am 26. 4. 1938 gab es auch in Suhl eine Verordnung, die besagte, dass jeder jüdische Bürger, der ein Vermögen über 5000 Reichsmark besaß, dies in Erfurt anzeigen musste. So wurde das Vermögen jüdischer Bürger erfasst. Aron Brylweski kam dieser Forderung nach. Der damalige nationalsozialistische Bürgermeister Adolf König war wütend darüber, dass er aus seinem Amtszimmer auf ein jüdisches Kaufhaus blicken musste. So wurde im Frühsommer 1938 bereits die Liquidierung des Geschäftes verfügt, noch bevor es eine regierungsamtliche Verordnung gab. Aron Brylewski musste sein Kaufhaus schließen. Im gleichen Jahr wurde den Suhler Juden befohlen, ihre Wohnungen zu verlassen und in „Judenhäuser“ umzuziehen. Dies wurde in Suhl das Haus der Familie Brylewski in der Kellerstraße 4. Die Familien Mannheimer und Mühlfelder zogen bei Brylewskis ein. Später kamen weitere jüdische Bürger dazu.

In der Pogromnacht wurde Aron Brylewski brutal zusammengeschlagen und eingesperrt. Am nächsten Tag wurde er wieder frei gelassen. Die Schikanen nahmen kein Ende. Am 9. 5. 1942 schließlich wurden auf Befehl Himmlers Aron Brylewski und seine Ehefrau Emma verhaftet. Einen Tag später wurden Aron und Emma Brylewski zusammen mit anderen Suhler Juden nach Belzec bei Lublin in Polen deportiert und dort ermordet.

Auf dem selben Transport gingen auch Elfriede Spangenthal und ihre Kinder in den Tod.

Quelle: "Kleine Suhler Reihe" (25) - Jüdisches Leben in Suhl, S. 46-48

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