Biografie von Otto, Marianne, Heinz und Klaus Adolf Rotter
Familie Otto Rotter, Funkenburgstr. 4
Otto Rotter wurde am 21.11.1896 in Neudorf (Mähren) geboren. Sein Vater Adolf Rotter gründete im Jahr 1903 eine Rauchwarengroßhandlung in Leipzig. Otto trat in seine Fußstapfen und gründete mit Leon Parnass am 6.7.1921 die Firma „Parnass & Rotter Rauchwarengroßhandlung und Kommission“. Er war mit Marianne Vogel, geb. am 25.10.1901 in Ehrenfeld (Rheinprovinz), verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Heinz am 4.7.1927 und Klaus Adolf am 15.12.1931.
Im April 1920 wurde Otto als passives Mitglied in den VfB Leipzig aufgenommen. Nachdem sein Vater im August 1920 den jüdischen Sportverein „Sportklub Bar Kochba Leipzig“ gegründet hatte, trat Otto im Oktober 1920 aus dem VfB aus und wurde Mitglied bei Bar Kochba. Er gehörte dem Gründungsvorstand des Klubs als 1. Schriftführer an und blieb vermutlich bis 1933 Mitglied bei Bar Kochba.
Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten floh Otto Rotter 1933 nach Frankreich. Im darauffolgenden Jahr, am 2.4.1934, folgte ihm seine Familie nach Paris.
Die Firma wurde nach Ottos Flucht erst von Moritz und Leon Parnass weitergeführt, von 1935 bis zur Liquidierung 1939 von Leon allein.
Nach der deutschen Besetzung Frankreichs im Juni 1940 beteiligte sich das französische Vichy-Regime an der Vernichtung der europäischen Juden. Südlich von Paris unterhielt das Regime u.a. Internierungslager in Pithiviers und Beaune-la-Rolande. Im Sommer 1942 fanden auf Befehl der Deutschen großangelegte Razzien gegenüber der jüdischen Bevölkerung statt und die verhafteten Menschen kamen vor ihrer Ermordung in diese Internierungslager.
Otto Rotter brachte man in das Lager Pithiviers. Von hier aus ging am 17.7.1942 ein Transport nach Auschwitz. Dort wurde Otto Rotter (45 Jahre) ermordet.
Marianne und die beiden Kinder kamen in das benachbarte Lager Beaune-la-Rolande. Vor der Deportation wurden hier die Kinder von ihren Eltern getrennt, da sich die Deutschen und das Vichy-Regime noch nicht geeinigt hatten, ob auch jüdische Kinder deportiert werden sollten. Die über 15-jährigen konnten bei den Erwachsenen bleiben. Es müssen sich unglaubliche Szenen abgespielt haben. In dieser Situation und vermutlich von seiner Familie getrennt kam der 10-jährige Klaus Adolf am 2.8.1942 im Lager Beaune-la-Rolande ums Leben.
Marianne Rotter (40 Jahre) und Heinz Rotter (15 Jahre) brachte man in das Durchgangslager Drancy. Von hier wurden sie am 28.8.1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet.
Für Otto’s Geschwister und seine Mutter kommen STOLPERSTEINE vor die Jahnallee 14.
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