Biografie von Heinrich Agel
Heinrich Agel
Geb. 22.07.1910
Ges. Datum unbekannt
Heinrich Agel wurde im Juli 1910 in Okarben geboren und lernte nach der Schulausbildung das Schuhmacherhandwerk. Außerdem engagierte Heinrich sich bei dem neu gegründeten Verein der Naturfreunde Okarben und trat in die örtliche KPD ein. 1933 – unmittelbar nach der Machtergreifung der Nazis – wurde Heinrich unter Polizeiaufsicht gestellt, wegen seiner Mitgliedschaft in der KPD, sowie bei den örtlichen Naturfreunden. Wiederholt wurde er nachts von der SA aus dem Bett geholt, wurde zum Ablegen eines Protokolls in die Bürgermeisterei gebracht und auf dem Weg nach Hause von bewaffneten SA-Männern verprügelt. Heinrich Agel wurde im Juli 1933 im Anschluss einer Mitgliederversammlung von einem damaligen Nachtwächter belauscht, als er über die Überführung von freien Vereinen in Nazi-Organisationen mit einem Freund diskutierte. Dieser Nachtwächter denunzierte ihn. Am 16. September 1933 wurde Heinrich Agel dann verhaftet und nach einer ,,Spruchkammer-Verhandlung‘‘ wegen kommunistischer Betätigung und missfälligen Äußerungen gegen die Anordnung der Reichsregierung vom 19. September 1933 bis zum 1. November 1933 im KZ Osthofen interniert. Dort wurde er schwersten Misshandlungen ausgesetzt. Als Agel wieder in Okarben war, verhinderte man seine Tätigkeit als selbständiger Schuhmacher, weswegen er ab Februar 1940 bei der Reichsbahn als Güterbodenarbeiter arbeitete, später aber arbeitete aus gesundheitlichen Gründen bei der Zugabfertigung als Bote.
Nach dem Krieg legte Heinrich Agel noch einmal seine Meisterprüfung als Schuhmacher ab, arbeitete aber weiterhin bei der Bahn. Bei der Bahn legte Heinrich Agel die Laufbahnprüfung zum Beamten mit Erfolg ab, wurde aber – wegen seiner schlechten gesundheitlichen Verfassung (Gutachten des Bahnarztes) nicht mehr in die Beamtenlaufbahn übernommen.
Also wirkten sich die gravierenden gesundheitlichen Auswirkungen der Internierung im KZ Osthofen im Jahr 1933 für Heinrich Agel auch noch nach dem Krieg auf seine Arbeit und damit auch auf sein privates Leben aus.
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Quellen & Impressum
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Hartmut Polzer
Robert-Koch-Str.1, 61184 Karben
In Kooperation mit der Kurt-Schumacher-Schule in Karben in der Projektwoche zum Thema: "Karbener Stadtgeschichte - Digital: Stolpersteine in Karben als App" angeleitet durch Ann-Kathrin Schouwenburg (Geschichtslehrkraft).
Die Texte zu den Stolpersteinen und der Stolperschwelle wurden von den folgenden Schüler*innen verfasst:
Alivkin, Kevin; Decker, Sarah; Demirci, Batuhan; Kiehl, Arvid; Knochenhauer, Maik; Leonhard, Jannis; Malkwitz, Annabelle; Meister, Alva; Nalbant, Seyma; (Oechler, Lars); Steinert, Amon; Steinert, Kara; Straka, Melanie; Toma, Ruben; (Züsch, Elias)