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Meyerstein, Moritz und Familie

Biografie von Moritz, Frieda, Fritz und Hans Meyerstein

Familie Moritz Meyerstein – Berliner Str. 19

Moritz Meyerstein wurde am 18.7.1866 in Gröbzig (Anhalt) geboren. In Berlin heiratete er im Jahr 1898 Frieda Herrmann (geb. 21.6.1870 in Hammer, Brandenburg). Ihre beiden Söhne Fritz (22.12.1898) und Hans (17.4.1900) kamen in Wurzen zur Welt. Hier arbeitete Moritz in dem familienbetriebenen Textilgeschäft (Wollhandel) seines Onkels, der ebenfalls Moritz hieß. Nach dem Tod des Firmengründers im Jahr 1915 wechselte die Firma nach Leipzig und Moritz Meyerstein wohnte seitdem mit seiner Familie in der Berliner Straße.
Die wirtschaftlichen Turbulenzen der 1920er Jahre überstand die Firma nicht. Die Söhne Fritz und Hans versuchten in dieser Zeit ihr Glück im erzgebirgischen Annaberg bzw. in Hamburg. Beide kehrten jedoch nach Leipzig zurück.
Als 1933 die Macht an die Nazis übergeben wurde, verschärfte sich die Situation der Familie nochmals.
Fritz und Hans Meyerstein wurden im Zuge der Pogromnacht am 9./10. November 1938 verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht. Unter der Maßgabe Deutschland so schnell wie möglich zu verlassen, entließ man sie Ende des Jahres.
Fritz Meyerstein konnte im Februar 1939 nach England fliehen und seine Frau Augusta im April nachholen. Weniger Glück hatte Hans Meyerstein. Zwar gelang ihm selbst noch zwei Tage vor Kriegsausbruch am 30.8.1939 die Flucht nach England, doch für seine Frau Margit war es zu spät, aus Deutschland raus zu kommen. Sie wurde 1943 in Auschwitz ermordet.
Auch die Eltern konnten nicht mehr fliehen. Moritz Meyerstein starb am 6.9.1941 und wurde auf dem Alten Israelitischen Friedhof begraben. Frieda Meyerstein gehörte am 19.9.1942 zu dem sog. „Altentransport“, der in das Ghetto Theresienstadt ging. Im Vorfeld musste sie einen sog. „Heimeinkaufsvertrag“ abschließen. Mittels dieser Zwangsverträge sollten die Menschen ihre Inhaftierung im Ghetto noch selbst bezahlen. Der Staat kassierte die 200 Reichsmark, die Frieda Meyerstein noch verblieben waren.
Frieda Meyerstein konnte zwar im Mai 1945 befreit werden, doch sie starb an den Folgen des Ghettoaufenthaltes am 22.11.1945 in Leipzig.
Patenschaft: Rahip Hashim Faqemohammed

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