Biografie von Leonie Durlacher geb. Weil und Jakob Durlacher
Verlegung der Stolpersteine am ???
Leonie und Jakob Durlacher wohnten in der Unteren Hauptstraße. Jakob Durlacher handelte mit Antiquitäten. Er war in der Israelitischen Gemeinde sehr aktiv, um 1925 war er Mitglied des Synagogenrats außerdem leitete er zwischen 1924 und 1932 den Kippenheimer Synagogenchorverein. Nach der von den Nationalsozialisten erzwungenen Schließung des Antquitätengeschäftes (1937) wanderte das Ehepaar am 24. August 1938 nach Straßburg aus. Da die Eheleute nicht mehr über genügend Mittel verfügten, sich selbst zu ernähren, wurden sie von ihrer in der Schweiz lebenden Tochter Rosa, verh. Weil (*1904) unterstützt. Nach der Besetzung Straßburgs flüchteten sie nach Südfrankreich, und fanden in einem Dorf im Département Charente Zuflucht. Durch einen Verrat erfuhr die Gestapo von ihrem Versteck von und verhaftete sie am 14. April 1944. Sechs Tage später wurden Jakob und Leonie Durlacher mit dem Transport Nr. 74 vom Sammellager Drancy am 20. Mai 1944 nach Auschwitz deportiert, wo man sie am 25. Mai 1944, noch am Tag ihrer Ankunft, in die Gaskammern trieb.
Der älteste Sohn von Jakob und Leonie Durlacher, Heinrich (1902-1953) betrieb einen Tabakwarenhandel in Kippenheim. 1936 entzogen ihm die nationalsozialistischen Behörden die Handelserlaubnis. Im gleichen Jahr kam er in das KZ-Kislau. Nach seiner Entlassung floh er nach Straßburg (1936) und arbeitete wieder als Tabakwarenhändler. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er ins Innere Frankreichs evakuiert und überlebt dort den Krieg. Nach dem Krieg gründete er in Frankreich eine Firma für Industrieöle und Fette. Sein Bruder Siegfried (*1910), der 1933 in Kehl gemeldet war, soll nach New York ausgewandert sein.
Quelle Text: Jürgen Stude
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Quellen & Impressum
Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim
Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.
Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.
Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.
Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.
Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.
Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.
Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.
Lahr, den 27.01.2025