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Ladislaus Graj

Biografie von Ladislaus Graj

Ladislaus Graj wurde am 1. September 1900 in Budapest als Sohn eines jüdischen Klempnermeisters geboren. Wann genau er nach Deutschland kam und wie seine sportliche Karriere begann ist bisher unbekannt. Seine Frau berichtet später, er sei im Jahr 1923 als Fußballtrainer nach Dudweiler gekommen, dort habe sie ihn kennen gelernt. Zwei Jahre später, am 31.12. 1925, heiratete er Charlotte Luise Müller. Sie war evangelisch und mit der Eheschließung konvertierte er zum Protestantismus. Das Ehepaar hatte drei Söhne, die evangelisch getauft wurden. Die Familie wohnte zunächst in Dudweiler Am Sandberg 33. Am 10. Januar 1935 zog sie in die Freiheitsstraße 13 um. Hier wohnte sie fünf Jahre, eh sie diese Wohnung 1940 verlassen musste, da der Vater von Geburt Jude und Ungar war. Nur noch sechs Wochen verbrachte Ladislaus Graj dann in der neuen Unterkunft in der St. Ingberter Straße 56. Seinen Lebensunterhalt verdiente der gelernte Schlosser als Elektroschweißer auf der Grube Jägersfreude. „Er war beliebt und geachtet in der Bevölkerung“, so berichtete es 1947 Polizeimeister Peter Schneider. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem Bekanntwerden seiner jüdischen Wurzeln begann jedoch seine Ausgrenzung aus dem Fußballverein und an seinem Arbeitsplatz. So wurde sein Spint aufgebrochen, sein Werkzeug gestohlen und seine Frau aufgefordert, sich scheiden zu lassen. Im November 1939 folgte schließlich seine Entlassung, weil er Ausländer und weil er Jude war. Die „Spitzen der sportleitenden Behörden, die ihn ins Saargebiet geholt hatten, so Polizeimeister Schneider, ließen ihn jetzt fallen. Graj, gesundheitlich angeschlagen, erlitt einen Zusammenbruch, von dem er sich nicht wieder erholte. Alle Bemühungen um eine neue Arbeitsstelle blieben erfolglos. Zudem kündigte ihm kurze Zeit später sein Vermieter die Wohnung und die Familie musste im Januar 1940 bei bitterer Kälte und Schnee die Wohnung räumen. Im März wurde Graj in das Dudweiler St. Josephskrankenhaus eingewiesen, wo eine Lungentuberkulose diagnostiziert wurde. Möglicherweise verweigerte man ihm im Dudweiler Krankenhaus die weitere Behandlung aufgrund seiner jüdischen Abstammung. Frau Graj teilte man jedenfalls mit, ihr Mann werde in die Klinik nach Heidelberg verlegt. Man verbot ihr, diesen zu begleiten. Vierzehn Tage später erhielt sie die Nachricht, dass ihr Mann am 2. April 1940 im jüdischen Krankenhaus in Frankfurt verstorben sei. Es besteht die Vermutung, dass er zuvor an der Uniklinik Heidelberg noch Opfer medizinischer Experimente wurde.

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