Biografie von Josef Ruf
Josef Ruf, am 15. Dezember 1905 in Hochberg bei Bad Saulgau geboren, zählt zu den wenigen bekannten katholischen Kriegsdienstverweigerern und verbrachte einige Zeit im Dienst der Gemeinde St. Josef in Saarbrücken-Malstatt. Josef Ruf entschloss sich nach Abschluss seiner Lehrzeit zum Schneidergesellen in seinem Heimatort in den Franziskanerorden in Gorheim bei Sigmaringen einzutreten. Er war in verschiedenen Einrichtungen des Ordens tätig, so in Hadamar, Limburg, Salmünster, Fulda und Hildesheim. 1926 legte er die Profess im Kloster Frauenberg bei Fulda ab und verbrachte noch einige Jahre in seinem Heimatort Saulgau und in Mannheim. Kurz vor der Ablegung des „heiligen Gelübdes“ jedoch, im Mai 1933, verließ er das Kloster, wandte sich der katholischen Erneuerungsbewegung zu und schloss sich dem „Weißen Kreuz“ an, 1917 von dem Priester Dr. Max Josef Metzger gegründet, der am 17. April 1944 hingerichtet wurde. „Das Weiße Kreuz“ vertrat sehr kompromisslos christliche Ideale, war pazifistisch und ökumenisch ausgerichtet. Über diese Verbindung kam Josef Ruf nach Saarbrücken zur Pfarrkirche St. Josef und legte ein Armuts-, Keuschheits- und Gehorsams-Gelübde ab. Die Pfarrei St. Josef stand mit ihrem Pfarrer Franz-Josef Bungarten für eine entschiedene Gegnerschaft zum Nationalsozialismus. Von 1919 bis 1936 führte Bungarten die Pfarrei, die seinerzeit die zahlenmäßig stärkste im Bistum Trier war.
Josef Ruf arbeitete vom 1. November 1935 bis zum 15. September 1936 als Missionshelfer in der Pfarrei St. Josef insbesondere im sozialen Bereich. Im Anschluss ging er dann nach Graz. Anfang März 1940 wurde er zum Militär eingezogen und hoffte zunächst, seinen Dienst im Sanitätsbereich ableisten zu können. Er absolvierte die Grundausbildung, verweigerte dann jedoch den Fahneneid auf Adolf Hitler. Er wusste, dass ihm deswegen die Todesstrafe drohte, hielt jedoch an seinem Entschluss fest. Am 10. Oktober 1940 wurde er in Brandenburg-Görden hingerichtet. Eines seiner letzten Worte war: „Ich bin klar überzeugt, dass ich so handeln muss, um dem Willen Gottes gerecht zu werden.“
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