Biografie von Theodor Rothschild
Heutige Adresse: Beblingerstraße 3
Theodor Rothschild
Theodor Rothschild wurde am 4. Januar 1876 in Buttenhausen, einer evangelisch-jüdischen Gemeinde auf der Schwäbischen Alb, als Kind von Isak und Frieda Rothschild geboren. Dort schien er eine behütete Kindheit genossen zu haben.
Von 1892 bis 1894 absolvierte er am Lehrerseminar in Esslingen seine Ausbildung zum Lehrer während er gleichzeitig eine Ausbildung zum jüdischen Religionslehrer und Vorsänger in der Wilhelmspflege absolvierte. Die Leitung des jüdischen Waisenhauses Wilhelmspflege übernahm er bereits wenige Jahre später im Jahr 1901, ein Jahr nach seiner Hochzeit mit Anna Stern, der Tochter des vorigen Anstaltsleiters. Gemeinsam mit ihr als Hausmutter schuf er für zahlreiche Zöglinge ein Zuhause durch fortschrittliche, liberale und durch Liebe geprägte Pädagogik.
Zeitgleich war Theodor Rothschild auch Vorsänger und Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Esslingen und damit eine zentrale Person in der gesamten Glaubensgemeinschaft.
Zwei Jahre nach dem frühen Tod von Anna Rothschild heiratete er 1927 Jette Stern, die auch ihre Rolle in der Wilhelmspflege bis zu ihrem eigenen frühen Tod 1931 übernahm. 1938 heiratete er ein letztes Mal Ina Herzfeld mit der er nur ein Jahr später die Grausamkeiten des Reichsprogroms im Waisenhaus erleben musste. In den folgenden Jahren wurden die Auswirkungen des Nationalsozialismus immer schlimmer und während seine Töchter auswanderten, blieben er und seine Frau Ina um ihre Zöglinge schützen und weiter betreuen zu können.
Dies galt auch während der Zwangsumsiedlung nach Stuttgart und selbst bei der Deportation am 22.08.1942 ins KZ Theresienstadt. Theodor Rothschild wurde gezwungen diesen Deportationszug, in dem sich zahlreiche Bekannte, Verwandte, zehn seiner Zöglinge und seine Frau befanden anzuführen. Damit waren auch die letzten Esslinger jüdischen Glaubens deportiert worden. Sogar im KZ soll Theodor Rothschild sich noch sehr um seine Mitmenschen gekümmert haben, gepredigt und gelesen haben. Den menschenunwürdigen Bedingungen erlag er jedoch ebenso am 10. Juli 1944.
Quellen:
J. Hahn: Jüdisches Leben in Esslingen
DENK-ZEICHEN e.V., Esslingen
Medien
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