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Elisabeth Emter

Biografie von Elisabeth Emter

Wer in der Zeit des Nationalsozialismus abweichenden Überzeugungen anhing, musste sich in Acht nehmen. Das galt nicht nur für Personen mit verfemten politischen Einstellungen. So waren auch die sogenannten Bibelforscher, die Zeugen Jehovas, besonders gefährdet.

Elisabeth Emter (*14.11.1908) in Ratshausen im Zollernalbkreis. Sie stammte aus einem katholischen Elternhaus. Sie war die Mutter von sechs Kindern.
1927 wandte sie sich, unter dem Einfluss ihres Ehemannes Karl-Hermann, den Bibelforschern, den Zeugen Jehovas zu. Elisabeth Emter galt als sehr glaubensfest. Im Januar 1940 wurde sie verhaftet, nachdem sie sich geweigert hatte, eine Erklärung zu unterschreiben. Darin sollte sie sich verpflichten, von ihrem Glauben abzukehren. Nach drei Monaten im Freiburger Gefängnis wurde sie ins Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück verschleppt. Dort war sie besonderen Schikanen ausgesetzt. Sie litt an Mangelernährung, wurde verprügelt, doch an ihrem Glauben hielt sie fest. 1942 wurde sie in der Tötungsanstalt Bernburg ermordet. Ihrer Familie wurde mitgeteilt, dass sie an Gürtelrose verstorben sei.

Ein Gedicht für die Mutter von Sohn Hermann Emter:

IN RAVENSBRÜCK
AM MASSENGRAB MEINER MUTTER

Ich stehe hier, alt und doch Kind, und mir ist kalt, nicht nur vom Wind, ein inneres Frösteln macht mir klar, wie schmerzend er Dir damals war. Wie bitter war wohl deine Qual, wenn zum Appell gereiht, er Dir die letzte Wärme stahl, durchs dünne Kleid. Wie lang dich wohl der Schlaf dann floh? Wie drückte jede Latte dich durchs Stroh, wo eh kaum Platz man hatte. Die Stirn, manchmal, vom Fieber heiß, die Bettgenossin kalt wie Eis, die Decke dünn, die Glieder kalt, und immer zieht`s durch einen Spalt.  Todmüde und benommen will doch der Schlaf nicht kommen.  Unerbittlich naht der Tag, ist schon sein Grau zu sehen? Denn wer nicht schlief, wer hier nur lag, wird ihn kaum überstehen. Wer selbst nicht trank, eh nie ermisst, wie bitter jener Becher. Wird nicht, wer leichthin euch vergisst, Komplize der Verbrecher?

HE 3/93

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