Biografie von Paul Heinrich Isenstein
eh. Inselstr. 9 (Übergang zum Rahn-Gymnasium, Salomonstr.)
Paul Heinrich Salomon Isenstein
Paul Heinrich Salomon Isenstein wurde am 18.08.1881 als einer von vier Söhnen des jüdischen Teppichgroßhändlers Gustav und seiner Frau Franziska Isenstein in Hannover geboren.
Seine Kindheit, sowie die Schulzeit verbrachte er in Hannover.
Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre arbeitete er für die Commerz- und Privatbank erst in Braunschweig und anschließend in Berlin.
Im Ersten Weltkrieg diente er als Soldat an der Front und bekam das Eiserne Kreuz verliehen.
Später siedelte er nach Leipzig um, wo er eine Anstellung als Depositenkassenleiter bei der Commerzbank fand.
Er heiratete seine Frau Johanna Elsa Maria Isenstein (geb. Schildbach) am 11.06.1929 im Reudnitzer Rathaus und sie bekamen ein Jahr darauf, am 28.05.1930, ihren Sohn Rolf Franz Gustav Isenstein.
Die Familie wohnte während der Anstellung des Vaters als Bankdirektor in der Inselstraße 9.
Als Paul Isenstein im Zuge der Verschärfung der Nürnberger Gesetzte 1935 seine Anstellung verlor, musste die Familie aus finanziellen Gründen die Wohnung räumen, und in die Göschenstr. 4 umziehen.
Kurz nach der sog. "Reichskristallnacht", am 11. November 1938 wurde als sog. "Aktionsjude" von der geheimen Staatspolizei (Gestapo) verhaftet und dem Polizeipräsidium zugeführt.
Einen Tag später, am 12. November 1938 wurde er mit 4682 anderen Personen in das Konzentrationslager Buchenwald interniert.
Paul Isenstein wurde am 10. Dezember 1938 entlassen, unter der Bedingung, Schweigen über seine Erlebnisse im KZ zu bewahren sowie die das im Ersten Weltkrieg erworbene Eiserne Kreuz nebst Urkunde zurückzugeben. Herr Isenstein musste Zwangsarbeit verrichten.
Paul Heinrich Salomon Isenstein hatte die Angewohnheit täglich Sport zu treiben.
Dazu fuhr er vor seiner Entrechtung jeden Tag vor der Arbeit von der Inselstraße zum Schreberbad und schwamm dort Sommer wie Winter, fuhr danach zur Commerzbank dann zum Mittagessen in die Inselstraße zurück, wieder zur Arbeit und schließlich zum Feierabend nach Hause. Am Wochenende lieh er sich regelmäßig ein Boot beim Leipziger Ruderbootsverleih.
Diese Aktivitäten, der Besuch des Freibads und die Ausleihe eines Ruderbootes wurden ihm genauso untersagt wie Kino oder Theater.
Am 24.3.1943 flüchtete Herr Isenstein (61 Jahre) vor der permanenten Demütigung in den Freitod.
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