Biografie von Margarethe Drexler
Margarethe Drexler war sehr eng mit ihrer einzigen Tochter Dorothea verbunden. Sie zog das Kind alleine groß, weil ihr Mann früh verstorben war. Nach der sogenannten Reichspogromnacht schickte sie die damals 17- jährige Tochter zur Tante in die Schweiz. Sie selbst wollte von Deutschland aus für sich und Dorothea eine Ausreise in die USA organisieren. Dies gelang nicht. 1940 wurde Margarethe Drexler zusammen mit vielen Juden aus der Pfalz und dem Badischen in das französische Lager Gurs deportiert. Von dort aus schrieb sie an ihre Tochter unzählige Briefe.
Margarethe Drexler (*1894) wuchs mit zwei Schwestern in Landau / Pfalz auf. Die Familie lebte vom Weinhandel. Margarethe Drexler besuchte das sogenannte "Institut der Englischen Fräulein" und arbeitete während des Ersten Weltkrieges im Landauer Lazarett.
Im Alter von 25 Jahren heiratete sie den Arzt Dr. Hermann Drexler und zog mit ihm in das pfälzische Dahn. 1921 kam das einzige Kind der beiden, Dorothea, zur Welt. Kurz nach der Geburt seiner Tochter verstarb Hermann Drexler und Margarethe zog zusammen mit dem Kind wieder zurück nach Landau.
In der sogenannten Reichspogromnacht 1938 wurde ihr Haus von den Nationalsozialisten zwar weitgehend verschont. Doch Margarethe war klar, dass es hier keine Zukunft für sie und Dorothea geben konnte.
Sie schickte ihre damals 17-jährige Tochter in die Schweiz zu einer Tante. Margarethe selbst zog zunächst nach Mannheim, um von dort aus alles für eine Ausreise in die USA in die Wege zu leiten. Dies gelang ihr nicht mehr.
1940 wurde Margarethe Drexler zusammen mit vielen Juden aus der Pfalz und Baden in das französische Lager Gurs deportiert. Von dort aus schrieb sie ihrer Tochter Dorothea viele Briefe. Zu einem Wiedersehen der beiden kam es allerdings nie mehr. Zwar durfte Margarethe Drexler das Lager nach einiger Zeit verlassen und nach Grenoble ziehen, um dort eine alte Verwandte zu pflegen. Doch bevor sie sich von dort aus in die Schweiz hätte absetzen können, wurde sie bei einer Razzia gefasst und 1942 nach Auschwitz deportiert. Dort wurde Margarethe Drexler ermordet.
Die Briefe von Margarethe Drexler an ihre Tochter Dorothea blieben erhalten. Von Roland Paul, dem Leiter des Instituts für Pfälzische Geschichte und Volkskunde, wurden sie zusammengefasst und erscheinen im September 2014 in einem Buch.
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