Biography of Adolf, Ida, Ernst and Martha Elias
Erstmals tritt der Familienname Elias 1733 unter dem Namensträger Isaak Elias in Hoya auf.
In der Deichstraße führte die Familie Elias viele Generationen lang ein Textilgeschäft, welches heutzutage noch dort zu sehen ist. Die letzte Generation, die das Textilgeschäft übernahm und führte, war die des Kaufmannes Julius Elias, welcher am 4. März 1873 in Hoya geboren wurde. Er übernahm das Geschäft von seinen Eltern Adolf und Ida Elias.
Als schließlich 1914 der erste Weltkrieg begann, war Julius Elias mit 41 Jahren Weltkriegsteilnehmer. 1933 war er Vorsitzender des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Mit seiner Frau Grete hatte er zwei Kinder, Ernst (*02.05.1920) und Adolf (*03.01.1922).
Ernst gehörte zu den wenigen Überlebenden, die von ihren Erfahrungen berichten konnten. Er besuchte 1926 die Volksschule in Hoya, welche er, als die Nazis kamen, nach vielen Hänseleien und Beschimpfungen mit 15 Jahren verlassen hat. Er begann eine Lehre im jüdischen Textilhaus Bach in Hehlen an der Weser.
Ernsts Vater dachte, dass sich Adolf Hitler nicht lange halten würde. Doch als die Lage zu bedrohlich wurde, entschied sich Ernst dazu, nach Palästina auswandern. Er brach seine Lehre ab und ging zu einem landwirtschaftlichen Vorbereitungscamp für junge Auswanderungswillige auf einem großen Hof in Zeven. Jedoch wurde er nach zwei Jahren Arbeit dort von der Organisation, die junge Leute nach Palästina brachte, wegen seiner schlechten Augen abgelehnt und musste schließlich zurück nach Hoya. Währenddessen hatten seine Eltern das Geschäft bereits aufgegeben und das Haus verkauft. Sie erlebten die Pogromnacht und sein Vater war mehrere Wochen im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert.
Nach diesen Geschehnissen beschloss die Familie, in die USA auswandern. Jedoch bekamen sie nur ein Visum. Da sie sich für einen ihrer Söhne entscheiden mussten, fiel die Wahl schließlich auf den ältesten Sohn Ernst. Er kam 1939 über Rotterdam in letzter Minute mit einem Schiff nach New York. Er verstarb 2008 in New York, überlebte somit die NS-Zeit.
Alle in Hoya verbliebenen Familienmitglieder wurden am 7. Juli 1941 in das städtische Armenhaus eingewiesen. Ein Jahr später, am 20. Juli 1942, wurden sie nach Theresienstadt deportiert. Ernsts Vater Julius Elias wurde am selben Ort im November des gleichen Jahres ermordet. Seine Mutter wurde ein Jahr später deportiert, ihr Todestag ist bis heute unbekannt. Adolf Elias, sein Bruder, welcher 1938 eine kaufmännische Lehre in Bünde absolvierte, wurde nach Auschwitz und von dort aus 1944 nach Dachau deportiert, wo er als Zwangsarbeiter in der Rüstungsindustrie eingesetzt wurde. Er verstarb am 9. März 1945, so das Revier-Sterbebuch von Dachau.
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Sources & Imprint
Johann-Beckmann-Gymnasium Hoya
Schulleiter: Herr OStD Dr. Meyer
Schuljahr 2014/15, Klasse 8A,
Schuljahr 2021/22, Klasse 10B,
Ansprechpartner: Maik Landsmann, Frauke Litzkuhn
Auf dem Kuhkamp 1
27318 Hoya
Telefon: 04251 / 672981-0
Telefax: 04251 / 672981-57
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in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Synagoge Hoya erstellt