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Klara Hellmann

Biography of Klara Hellmann

Klara Hellmann wurde am 8.10.1881 in Burghaslach geboren. Dort heiratete sie 1920 Isaak Hellmann, der als ngestellter Viehhändler und zeitweise als Hopfeneinkäufer arbeitete. In Burghaslach besaßen sie ein kleines Haus mit kleinem Gemüsegarten.

Im Mai 1938 zogen das Ehepaar Hellmann nach Regensburg, ohne dass die konkreten Gründe bekannt wären. Allgemein kann festgehalten werden, dass sich
Juden vielfach in den Städten etwas weniger dem NS-Druck ausgesetzt empfanden als auf dem Land, wo Ausgrenzungen und wirtschaftliche Bekämpfung schneller empfunden wurden als in der Stadt. Auf jeden Fall sind solche Abwanderungen aus kleinen Gemeinden in die Städte vielfach zu beobachten gewesen. In Regensburg lebte bereits Klara Hellmanns Schwager Abraham Firnbacher, ebenfalls im Viehhandel tätig.

Möglicherweise planten die Hellmanns auszuwandern, um ihrer bedrohten Situation zu entkommen, denn für den November 1938 war ein Notar nach Burghaslach bestellt worden. Die Verhandlung mit dem Käufer, dann wenige Tage nach der Pogromnacht, erbrachteweniger als die Hälfte des Einheitswertes, der ja selber deutlich unter dem Verkaufswert des Hauses liegt: 2 000,- statt 4 120,- RM. Der eigentliche Verkaufswert des Hauses wäre noch deutlich höher als die 4 120,- RM gelegen. Einen Hinweis auf den Druck, unter dem die Hellmanns standen, gibt auch die Anmerkung im Vertrag: „Die Verkäufer sind Juden“, fast schon als Einladung zu verstehen, einen möglichst geringen Preis an sie zu zahlen. Den Verkaufserlös erhielten sie aber nicht.

Statt dessen erhielten sie einen Bescheid des Finanzamts über die Reichsjudenabgabe, auch „Judenvermögensabgabe“ genannt (nicht identisch mit der Reichsfluchtsteu
er). Die Judenvermögensabgabe war eine Erfindung Hermann Görings, die jüdische Bevölkerung unter dem Vorwand einer Sühneleistung wirtschaftlich zu
berauben. In diesem Bescheid wird nicht der Verkaufserlös des Hauses eingerechnet, sondern dessen Einheitswert, also mehr als das Zweifache. Damit überschritt das willkürlich festgesetzte Vermögen die Grenzmarke von 10 000,- RM, ab der 20 % als Abgabe zu zahlen waren. Diese Abgabe war auch dann verpflichtend, wenn die Hellmanns (und alle anderen Juden in ähnlicher Lage) über das beschlagtnahmte Geld für den Hausverkauf gar nicht verfügen konnten.

Am 22.8.1940 starb Isaak Hellmann mit 57 Jahren. Am 2.4.1942 wird Klara Hellmann nach Piaski deportiert. Ab dort verlieren sich ihre Spuren, man kann nur noch ihren Tod festhalten.

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