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Frank / Bermann in Zell

Biography of L(o)uise Frank and Jenny Bermann

Luise Frank und Jenny Bermann waren die Töchter von Michael Bermann, von Beruf Gastwirt und Metzger und seiner Frau Babette, geb. Adler.

Luise Frank, * 12. 6. 1878 in Zell, von Beruf Schneiderin, war verheiratet mit Eugen Frank aus Hanau. Sein Name findet sich auf der Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in der Synagoge. Das Ehepaar hatte eine Tochter, Mathilde, genannt Tilly, * 1908.

Jenny Bermann * 15.04.1883 in Zell blieb unverheiratet.

Die Schneidermeisterin Luise Frank betrieb ein „Manufakturwarengeschäft“, das für seine Qualitätsware weithin bekannt war. Solvente Kundinnen, darunter etliche Beamtengattinnen, ließen ihre Garderobe bei Luise Frank arbeiten, welche damit so erfolgreich war, dass sie sogar eine Schneidergehilfin beschäftigte.

Ab 1933 wurde die Auftragslage schlechter und ab 1938 konnte Luise Frank aus ihrem Geschäft kaum noch Einnahmen erzielen.

Gleiches galt für das Gasthaus, welches sie offenbar von ihrem Vater übernommen und weiterbetrieben hatte.

Von Jenny Bermann ist ein gelernter Beruf nicht bekannt, wahrscheinlich hat sie zunächst im Geschäft des Vaters und später bei ihrer Schwester gearbeitet. In der Deportationsliste von 1941 ist in der Spalte „Beruf“ aufgeführt: „ohne“.

Aus erhaltenen Dokumenten geht hervor, dass in Zell ab spätestens 1935 massiv Druck auf die Bevölkerung ausgeübt und Repressalien angedroht wurden um den Boykott jüdischer Geschäfte durchzusetzen.

Tilly Bermann lebte zu dieser Zeit nicht mehr in Zell. Sie hatte Max Levi aus Bausendorf geheiratet und konnte mit ihm und den Kindern Hilde und Edgar rechtzeitig nach Amerika auswandern.

Als die SA begann, in Zell Nachtmärsche durchzuführen, waren die Stiefel auf dem Pflaster und der laute Gesang „Hängt die Juden – stellt die Bonzen an die Wand“ unüberhörbar. Eine Zeitzeugin hat diese Aufmärsche als sehr furchteinflößend in Erinnerung.

In der Reichsprogromnacht blieb das Haus der beiden Schwestern verschont, aber im Polizeiprotokoll vom 9. 11. 38 ist festgehalten, dass sie große Angst hatten. Trotzdem gaben sie dem damals vierzehnjährigen Manfred Wolf aus Merl Zuflucht. Während er in der Schule war, war sein Elternhaus vollkommen verwüstet worden und seine Schulkameraden hatten ihn gewarnt, nachhause zu gehen.

Nach der Reichsprogromnacht wurde der Bruder der Schwestern, Bruno Bermann, der in Frankfurt wohnte, als sogenannter „Aktionsjude“ in das KZ Buchenwald interniert. Seine schrecklichen Erlebnisse dort schrieb er in einem Brief nieder. Aus dem KZ wieder entlassen wurde er offenbar, nachdem er zugestimmt hatte, sein Elternhaus in Zell zu verkaufen und Deutschland zu verlassen. Mit Ehefrau und Kindern wanderte er 1939 über London in die USA aus. Dort erlag er 1943 einem Herzinfarkt.

Jenny Bermann und Luise Frank blieben nach dem Zwangsverkauf als Mieterinnen in ihrem Elternhaus, bis sie am 5. März 1940 nach Köln in ein sogenanntes Judenhaus umgesiedelt wurden. Im selben Haus wohnte auch ihr Cousin Karl Bermann mit seiner Frau Katinka. Am 22. Oktober 1941 wurden Luise Frank, Jenny Bermann und Karl und Katinka Bermann in das Ghetto nach Lodz deportiert.

Die im Ghetto Lodz Internierten mussten für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen. Im Ghetto entstanden zahlreiche Fabriken, in welchen für die Wehrmacht und private Unternehmen Zwangsarbeit geleistet wurde. Die Schwestern Bermann schrieben ihrem Rabbi in Köln und baten ihn, Geld zu schicken. Die Karte kam jedoch nicht an.

Die Lebens- und Arbeitsbedingungen im Ghetto waren katastrophal. Fast ein Viertel der in äußerst beengten Wohnverhältnissen lebenden Einwohner starben an Hunger, Krankheiten oder an den Folgen der erzwungenen Arbeit.

Als die Schwestern Luise und Jenny im Mai 1942 nach Kulmhof/Chelmno verlegt werden sollten, schrieb Luise Frank an die Verwaltung des Ghettos. Sie wies auf die Verdienste ihres Mannes im ersten Weltkrieg hin und dass die beiden Schwestern schon lange zusammen lebten und bat von der "Reise" befreit zu werden. Der Antrag trägt auf polnisch den Antwortstempel: „Abgelehnt“.

Das Ghetto Lodz war während des gesamten Frühjahrs 1942 von Todestransporten in das ca. 55 km entfernt gelegene Vernichtungslager Chelmno (Kulmhof) geprägt. Vom 4. bis zum 15. Mai 1942 wurden dort 10.915 aus dem Westen deportierte Juden ermordet.

Jenny Bermann und Luise Frank starben vermutlich direkt nach ihrer Ankunft.

Auch Karl Bermann und seine Frau Katinka überlebten das Ghetto Lodz nicht.

Nach dem Krieg besuchte Tilly Levi, geb. Frank, zusammen mit ihrem Mann noch mehrfach Zell.

Quelle: Spuren der Vergangenheit, Bundesarchiv, Bert de Jong
http://mosella-judaica.de/index.html

Louise Frank and Jenny Bermann were the daughters of Michael Berman, a professional butcher and innkeeper and his wife, Babette, born Adler.
Louise Frank, * 12. 6. 1878 in Zell, a professional seamstress, was married to Eugene Frank from Hanau. His name is found on the plaque to the fallen of World War I in the synagogue. The couple had a daughter, Matilda, called Tilly, born in 1908.
Jenny Bermann * 15.04.1883 in Zell remained unmarried.
The master seamstress Louise Frank ran a "manufactured goods business", which was well known for its quality products. wealthy customers, including several officers wives had their wardrobe at Luise Frank to be done, who was so successful in it that she even employed a tailor's assistant.
As of 1933, the business became difficult and from 1938 Luise Frank could barely generate an income out of their business.
The same was to the guest house, which she had apparently run and taken over from her father.
By Jenny Bermann a trained profession is not known, probably she first worked in the business of the Father, later with her sister. In the deportation list from 1941 is "profession" listed as "none".
The obtained documents prove in Zell from latest 1935 on massive pressure on the population and reprisals were threatened to enforce the boycott of Jewish businesses.
Tilly Bermann did not live in the Zell at that time. She had married to Max Levi in Bausendorf and was able to emigrate with him and the children Hilde and Edgar to America in time.
When the SA began to do night marches in Zell, the boots on the pavement and the loud singing "Hang the Jews" were unmistakable. An eyewitness has these marches as a very frightening memories.
In the Reichsprogromnacht the house of the two sisters was spared, but in the police report, 9. 11. 38 it is stated that they were very afraid. Nevertheless, they gave the then fourteen year old Manfred Wolf from Merl refuge. While he was in school, his parents' house was completely destroyed and his classmates had warned him to go home.
After the Kristallnacht the brother of the sisters, Bruno Bermann, who lived in Frankfurt, was as a so-called "action Jew" in the Buchenwald concentration camp arrested. His terrible experiences there, he wrote down in a letter. He was released from the concentration camp apparently after he had agreed to his parents' house in Zell for sale and to leave Germany. With his wife and children, he emigrated 1939 to London and from there to the United States. He died of a heart attack in 1943.
Jenny Bermann and Louise Frank remained after the forced sale as tenants in her parents' house until they were resettled on 5 March 1940 to Cologne in a so-called Jew´s house. In the same house her cousin Karl Bermann lived with his wife Katinka. On October 22, 1941 Louise Frank, Jenny Berman and Karl and Katinka Bermann were deported to the ghetto in Lodz.
The in the Lodz ghetto internees had to pay for their own livelihoods. In the ghetto numerous factories in which forced labor was done for the Wehrmacht and private companies have emerged. The sisters Berman wrote her rabbi in Cologne and asked him to send money. However, the card did not arrive.
The living and working conditions in the ghetto were disastrous. Nearly a quarter of in extremely cramped living conditions inhabitants died of starvation, disease or the consequences of forced labor.
When the sisters Louise and Jenny should be laid in May 1942 to Kulmhof / Chelmno, Louise Frank wrote to the administration of the ghetto. She pointed out the merits of her husband in the First World War and the two sisters lived together for a long time and asked about from the "journey" to be released. The application shall reply to polish the temple: "Rejected".
The Lodz ghetto was marked throughout the spring 1942 death transports in the approximately 55 km away, Chelmno extermination camp (Chelmno). From 4. to May 15. 1942 10,915 deported from the West Jews were murdered there.
Jenny Bermann and Louise Frank probably died immediately after their arrival.
Karl Bermann and his wife Katinka did not survive the Lodz ghetto.

After the war, Tilly Levi, born Frank, visited with her husband Zell several times.

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