Biography of Ludwig Bredow
Ludwig Bredow wurde am 15. Februar 1882 geboren. Er wohnte an der Bruchstraße 43, an der er vor 1933 als Gewerkschaftssekretär gemeldet war, später als Versicherungsinsspektor und im Adressbuch 1937/38 als Oberinspektor. Auf Briefpapier des Christlichen Metallarbeiterverbandes Deutschland wurde ihm am 14. August 1933 aus Duisburg eine Bescheinigung zugeschickt: "Herr Ludwig Bredow, Osnabrück, war vom 1. Nov. 1918 bis zum 31 Juli 1933 bei uns als Gewerkschaftssekretär beschäftigt. Seine Entlassung erfolgt wegen Auflösung des CMV Deutschlands. Stempel: Deutscher Metallarbeiter Verband um ein Hakenkreuz in der Mitte, Unterschrift: unleserlich".
Ludwig Bredow war vor 1933 Bürgervorsteher in der Stadt Osnabrück und gehörte der Zentrumsfraktion an. Zudem war er Vorstandsmitglied der Allgemeinen Ortskrankenkasse.
Er hat mehrere Hausdurchsuchungen, ständige Postkontrollen und wiederholte Vorladungen über sich ergehen lassen müssen. Er und seine Tochter Maria, die ebenfalls Angestellte des Metallarbeiter-Verbandes war, standen unter fortwährender Beobachtung durch die Gestapo. Eine besonders hartnäckige und rücksichtslose Haussuchung fand im November 1937 statt. Sie galt besonders der Tätigkeit des Verfolgten als Altsenior im Gesellenverein Altkolping. Sämtliche Schriften des genannten Vereins wurden beschlagnahmt und aufs Neue setzte eine überaus schikanöse Behandlung ein. Vorladungen folgten. Durch die psychischen und physischen Belastungen der Verfolgung erkrankte Bredow. Die Ärzte stellten 18 Prozent Galle im Blut fest. Von der Erkrankung erholte sich Bredow nicht wieder. Der Tod trat am 5.1.1938 ein.
Die bearbeitende Behörde nimmt den Entschädigungsantrag nach 1945 zunächst folgendermaßen auf: "Durch die sonstigen damals üblichen Schikanen durch Organe der NSDAP (wie z. B. Vernehmungen, Hausdurchsuchungen und dergl.) ein Gallenleiden zugezogen, an dessen Folgen er am 5.1.1938 verstorben sei." Ein maßgebliches Gutachten im Entschädigungsverfahren kommt dagegen zu folgender Aussage: "Da es sich bei Gallensteinen erfahrungsgemäß meist um ein schicksalsbedingtes Leiden handelt und es sich nach der Vorgeschichte des Krankenblattes auch nicht um eine einmalige Kolik im Anschluß an Aufregungen, sondern um zahlreiche Koliken in einem längeren Zeitraum gehandelt hat, sehe ich keine Möglichkeit, den Zusammenhang des Todes des B. mit der behaupteten Verfolgung als wahrscheinlich anzusehen." Vor dem Hintergrund, dass der Entschädigungsantrag die über einen langen Zeitraum erfolgten Schikanen darlegt, bleibt das ärztliche Gutachten in seinem abschließenden Urteil möglicherweise hinter den Möglichkeiten zurück, die die medizinischen Aussagen eigentlich zuließen.
Quellen: Niedersächsisches Landesarchiv - Standort Osnabrück, Rep 430 Dez 902 Akz 2003/068 Nr. 374, Adressbücher Stadt Osnabrück 1932 - 1938.
Media
Photos
Free thanks to your help
This biography is free to read. If you like the Stolpersteine Guide, we would be glad of a small contribution.
Stolpersteine nearby
Berta Glombik90 m
Anna Hellmann170 m
Gerhard Meyer270 m
Wilhelm Messerschmidt270 m
Ida Lamm, geb. Müller310 m
Charlotte Seligmann310 m
Sources & Imprint
Stadt Osnabrück, Büro für Friedenskultur
Stadt Osnabrück
Fachbereich Kultur
Büro für Friedenskultur
Christine Grewe
Marienstr. 5-6
49074 Osnabrück
Tel. 0541 323-2287
Fax 0541 323-152287
grewe.c@osnabrueck.de
www.osnabrueck.de/friedenskultur
www.facebook.com/buerofuerfriedenskultur