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Familie Wolf

Biography of Albert Wolf, Grete Wolf geb. Nathan, Julius Franz Wolf and Simon Walter Wolf

Werner-Senger-Straße 19

Albert Wolf wurde am 29. September 1895 in Langenscheid geboren. Er
ergriff den Beruf des Kaufmanns. Im Ersten Weltkrieg war er. Mit seinem
Bruder betrieb Albert Wolf seit 1922 in der Dr.-Wolff-Straße eine
Kleiderfabrik.
Seit 1932 wohnte die Familie im Haus Werner-Senger-Straße 11, heute
Hausnummer 19. Albert Wolf engagierte sich in dieser Zeit im
Israelitischen Männer-Wohltätigkeitsverein.
Im Herbst 1935 beschlossen Albert und Grete Wolf, Limburg zu verlassen
und in die Niederlande zu gehen. Am 17. Oktober meldeten sie sich nach
Winterswijk ab, nahe der deutschen Grenze. Nach dem Einmarsch der
Wehrmacht in den Niederlanden wurde die Familie in Westerbork
interniert. Albert Wolf und seine Angehörigen wurden am 20. Januar 1944
nach Theresienstadt deportiert und von dort am 6. Oktober 1944 nach
Auschwitz. Hier wurde er zu einem unbekannten Zeitpunkt, vermutlich
gleich nach der Ankunft, ermordet.

Grete Wolf geb. Nathan wurde am 21. Juni 1903 in Koblenz geboren.
Seit ihrer Heirat mit Albert Wolf lebte sie in Limburg. Das Ehepaar bekam
zwei Söhne: 1926 Julius Franz und 1929 Simon Walter. Grete Wolf
engagierte sich im Israelitischen Frauen-Verein. Auch in der Firma
Gebrüder Wolf arbeitete sie mit und wurde ab 1933 als Inhaberin geführt.
Mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen verließ Grete Wolf am 17.
Oktober 1935 Limburg. Sie gingen nach Winterswijk in den Niederlanden.
Von hier aus wurden sie nach dem Einmarsch der Wehrmacht ins Lager
Westerbork gebracht und am 20. Januar 1944 nach Theresienstadt
deportiert. Am 6. Oktober 1944 erfolgte die Deportation nach Auschwitz,
wo Grete Wolf gleich nach der Ankunft am 8. Oktober 1944 ermordet
wurde.

Julius Franz Wolf wurde am 1. März 1926 in Limburg als erster Sohn des
Ehepaares Albert und Grete Wolf geboren. Im Alter von neun Jahren
musste er zusammen mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder die
Stadt verlassen und in die Niederlande gehen. Nachdem das Land von der
deutschen Wehrmacht besetzt worden war, wurde die Familie Wolf in
Westerbork interniert und am 20. Januar 1944 nach Theresienstadt im
sogenannten Protektorat Böhmen und Mähren deportiert. Am 6. Oktober
1944 wurde er mit seinen Angehörigen nach Auschwitz gebracht und
ermordet. Der genaue Ort und der Zeitpunkt seines Todes sind
unbekannt.

Simon Walter Wolf wurde am 18. November 1929 in Limburg als zweiter
Sohn von Albert und Grete Wolf geboren. Kurz vor seinem sechsten
Geburtstag musste die Familie ihre Heimat verlassen und in die
Niederlande gehen. Anfang 1944 wurde der 14-jährige Simon Walter mit
seinen Eltern und seinem älteren Bruder vom Lager Westerbork aus nach
Theresienstadt deportiert. Er zählt zu den rund 15.000 Kindern, die in
diesem Konzentrationslager inhaftiert waren. Am 6. Oktober 1944 wurde
die Familie Wolf ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Simon Walter
Wolf wurde unmittelbar nach der Ankunft ermordet.

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Sources & Imprint

Stadtarchiv

Magistrat der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn
Werner-Senger-Straße 10
65549 Limburg a. d. Lahn
Tel. 06431/203-368
Email: christoph.waldecker(at)stadt.limburg.de