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Familie Marcus

Biography of Grete and Rosa Marcus

Grete und Rosa Marcus, Lange Straße 14

Neben dem Möbelgeschäft London war in Nienburg die Möbelfabrik Marcus ansässig. Louis Marcus hatte 1906 die Dampftischlerei und Möbelfabrik von seinem Vater
Julius Marcus übernommen. Er war mit der gebürtigen Nienstädterin Grete Lilienfeld verheiratet. Tochter Rosa wurde am 16. Januar 1909 in Nienburg geboren. Sitz des
Möbelgeschäftes waren die markanten „Zwillingshäuser“ in der Langen Straße, die seit etwa 1881 im Besitz der Familie Marcus waren. 1986 fielen sie einem Brand zum
Opfer. Nicht belegt werden kann die mündlich tradierte Vermutung, dass Louis Marcus sich 1935 aufgrund der politischen Verhältnisse das Leben nahm. Nach dem Tod
ihres Mannes führte Grete Marcus mit ihrer Tochter das Möbelhaus weiter. In der Pogromnacht 1938 plünderte die SA das Möbelhaus und transportierte die Möbel ab.
Hinter dieser gezielten Aktion standen Überlegungen des Bürgermeisters der Stadt Nienburg, Wilhelm Beims, die frei gewordenen Räume für die Unterbringung des Museums zu nutzen. Grete Marcus protestierte mutig gegen die Beschlagnahme, und tatsächlich ordnete die Gestapo an, die Räumung rückgängig zu machen. 1942 schließlich wurden Grete und Rosa Marcus nach Hannover-Ahlem verschleppt und Ende März 1942 in das Warschauer Ghetto deportiert. Dort oder in einem der umliegenden Vernichtungslager wurden sie ermordet.

Seit dem 5. Juni 2012 erinnern zwei Stolpersteine vor
der heutigen Adresse Lange Straße 14, damals Lange
Straße 12-14, an Grete und Rosa Marcus.

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Recherchegruppe Stolpersteine Nienburg

Projektgruppe Stolpersteine OBS Marklohe und Recherchegruppe Stolpersteine Nienburg