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Ludwig und Selma Friedmann - Jenny Schnell

Biography of Ludwig Friedmann, Selma Friedmann and Jenny Schnell

Ludwig Friedmann ,
geb. 30 Okt 1880 in Augsburg Gest. 7. März 1943 – Selbstmord gemeinsam mit seiner Frau Selma am Abend vor ihrer Deportation. 1872 gründete sein Vater Simon Friedmann mit seinem Partner Moritz Dannenbaum (der bald aus die Firma ausscheidet), Friedmann & Dannenbaum den Weiß- und Wollwaren Großhandel Herren und Damen Wäschefabrik. Der ursprüngliche Name wurde aber beibehalten. Als die Firma sich zu einer der erfolgreichsten und führenden in Süddeutschland entwickelte, kaufte Simon F. das prachtvoller 1766 gebaute Münch‘sche Palais am ehem. Anna Platz (im 3. Reich umbenannt in Martin-Luther- Platz 5). Friedmann & Dannenbaum war seiner Zeit hochmodern mit den neuesten Maschinen aus den USA und hatte etwa 100 Mitarbeitern.
1935 wurden Ludwig Friedmann und seine Schwester Jenny Schnell, geb. Friedmann Alleinerben des Stammhauses am Martin-Luther-Platz 5, sowie der Firma. Seit 1921 spielte Ludwig F. eine führende Rolle bei der IHK – Industrie und Handelskammer - in Augsburg, u.a. als Handelsrichter. Ab 1933 konnten Juden nicht mehr in führende Positionen des IHK gewählt werden, aber er durfte diese noch beibehalten und musste erst endgültig1938 ausscheiden. 1937 wurde Friedmann u. Dannenbaum, die sich 1930 mit anderen Wäschefabriken fusioniert hat und seitdem unter der Name „Augsburger Wäschefabriken“ geführt wurde, an die Firma Fritz und Karl Oelkrug zwangsverkauft. Die Verkaufssumme wurde zwangsweise auf ein Sperrkonto gelegt. Friedmann und seine Schwester Jenny S. haben keinen Pfennig davon bekommen. 1938 wurde auch das Haus an der Martin-Luther-Platz 5 an Baron Hans von Schnurbein, Hermerten bei Rain / Lech zwangsverkauft. Die Verkaufssumme wurde auch in diesem Fall zwangsweise auf ein Sperrkonto gelegt. Friedmann u. seine Schwester Jenny S. haben auch hier keinen Pfennig davon erhalten. 1942 wurde Ludwig Friedmann und seine Frau Selma Friedmann, geb. Fromm in die Bahnhof Str.18 1/5, in ein sogenanntes „Judenhaus“ zwangsumgesiedelt. Dort, am Abend vor ihrer für den 7.März 1943 vorgesehenen Deportation, haben Ludwig und Selma zusammen mit 3 weiteren Ehepaaren, sich das Leben mit Leuchtgas genommen. Opportun als Propaganda wurden sie alle im Jüdischen Friedhof in der Haunstetter Straße unter den wachsamen Augen der Gestapo begraben.

Selma Friedmann,
geb. Fromm Geb. Augsburg, 08.08.1890 Verh. 06.06.1911 mit Ludwig Friedmann Gest. 7. März 1943 – Selbstmord gemeinsam mit ihrem Mann Ludwig Friedmann am Abend vor Ihrer Deportation im „Judenhaus“ in der Bahnhofstr.18 1/5. Die Familie Fromm waren Hopfenhändler. 1872 wird das Handelsgeschäft Joachim Fromm gegründet und wächst rapid zu einer weltweit führenden Firma, mit Niederlassungen u.a. in München. 25.06.1942 wird ihre Mutter Flora aus dem Krankenhaus der Israelitischen Kultusgemeinde in München nach Theresienstadt deportiert, wo sie kurz danach stirbt. Selma macht ihr Abitur im Stetten Institut, damals eine Privatschule in Augsburg. Bis zu ihrer Hochzeit 1911 wohnt sie in der Bahnhofstrasse mit ihren Eltern – später wird diese Straße ihr Verhängnis, da im 3. Reich Bahnhof Str. 18 1/5 zu einem sogenannten „Judenhaus“ umgewandelt wird. Bis zur Enteignung 1938 und Löschung der Hopfenhandlung aus dem Handelsregister 1939, waren die Münchner Familien Heinrich Fromm, und durch Einheirat mit der Familie Hugo Marx (Bank), bedeutende Mäzene für die Kultur in München als Mitbegründer der Kammerspiele, des Grafischen Kabinetts, ferner als Unterstützer des Theaters Augsburg, als dieses in den 1920er Jahren in finanzielle Schwierigkeiten, geriet.

Selma Friedmann,
geb. Fromm Geb. Augsburg, 08.08.1890 Verh. 06.06.1911 mit Ludwig Friedmann Gest. 7. März 1943 – Selbstmord gemeinsam mit ihrem Mann Ludwig Friedmann am Abend vor Ihrer Deportation im „Judenhaus“ in der Bahnhofstr.18 1/5. Die Familie Fromm waren Hopfenhändler. 1872 wird das Handelsgeschäft Joachim Fromm gegründet und wächst rapid zu einer weltweit führenden Firma, mit Niederlassungen u.a. in München. 25.06.1942 wird ihre Mutter Flora aus dem Krankenhaus der Israelitischen Kultusgemeinde in München nach Theresienstadt deportiert, wo sie kurz danach stirbt. Selma macht ihr Abitur im Stetten Institut, damals eine Privatschule in Augsburg. Bis zu ihrer Hochzeit 1911 wohnt sie in der Bahnhofstrasse mit ihren Eltern – später wird diese Straße ihr Verhängnis, da im 3. Reich Bahnhof Str. 18 1/5 zu einem sogenannten „Judenhaus“ umgewandelt wird. Bis zur Enteignung 1938 und Löschung der Hopfenhandlung aus dem Handelsregister 1939, waren die Münchner Familien Heinrich Fromm, und durch Einheirat mit der Familie Hugo Marx (Bank), bedeutende Mäzene für die Kultur in München als Mitbegründer der Kammerspiele, des Grafischen Kabinetts, ferner als Unterstützer des Theaters Augsburg, als dieses in den 1920er Jahren in finanzielle Schwierigkeiten, geriet.

© Text geschützt. Quelle: Film „Die Stille Schreit“
Foto: VVN-BdA KV Augsburg
http://www.vvn-augsburg.de/4_stadtrundgang/Erinnerung/Gedenkblatt012-2017_Friedmann.pdf
© Portraits Friedmann

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