Biography of Sonja, Elena and Moses Matzkewitsch
Springerstr. 28
Elena Matzkewitz - ein leerer Stuhl - ein geteiltes Schicksal
Am 21. Oktober 2008 veröffentlichte die Lancashire Evening Post einen Artikel unter der Überschrift " Das künstlerische Vermächtnis der Ärztin an die Stadt". Dieser Artikel bezog sich auf die ehemalige Schülerin der Max-Klinger-Schule Leipzig Elena Zadek geborene Matzkewitz, die in Leigh/ Großbritannien als Ärztin ein hohes Ansehen genoss.
Elena wurde am12. September 1919 in Charkow/ Ukraine geboren. Ihre Eltern Sonja Matzkewitz geborene Magath und Moses Matzkewitz stammten aus Wilno in Litauen.
Die gesamte Familie besitzt die Staatsbürgerschaft Litauens. Der Vater war zusammen mit seinem Schwager Aron Magath Inhaber der 1923 gegründeten Rauchwarengroßhandlung Aron Magath am Brühl 74 und später Nikolaistr. 12/14.
Da die Familie in Leipzig - Gohlis wohnten wurde Elena zu Ostern 1926 in die Büttnersche Höhere Töchter Schule eingeschult. Zu Ostern 1935 wird Sie Schülerin der Max-Klinger-Schule und geht in die Klasse OII bis zum 07. März 1936.
An dieser Stelle in der Springerstraße 28 in Leipzig - Gohlis befand sich vor dem Zweiten Weltkrieg das Haus der jüdischen Schülerin Elena Matzkewitz, die hier mit ihrer Familie bis zum März 1936 wohnte.
Foto: Michael Heinrich/ MKS
Mit dem Besuch der Oberprima strebte Elena das Abitur an. Die Klassenleiterin Fräulein Studiendirektorin Dr. Käthe Mertens, war auch gleichzeitig stellvertretende Rektorin der Max-Klinger-Schule. Am 07. März 1936 verließ sie die Schule, da die Familie ins Ausland gehen wollte. Über die Zeit zwischen 1936 und 1939 ist wenig bekannt, sicher ist, dass Elenas Eltern 1939 nach Frankreich emigrierten und wahrscheinlich in Nizza lebten. Am 13. Februar 1944 wurden sie von Nizza aus in das Sammel- und Durchgangslager Drancy 20 km nördlich von Paris gebracht. Mose und Sonja Matzkewitz wurden dann am 07. März 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und nach ihrer Ankunft am 10. März 1944 ermordet.
Die Eltern von Elena Matzkewitz wurden Opfer des Holocaust. Elena selbst konnte gerettet werden. Sie emigrierte am 08. Januar 1939 nach Großbritannien und ließ sich zunächst in London nieder. Hier beendete sie auch ihre Schulbildung und lernte ihren späteren Ehemann Frank Zadik an einer Medizinischen Schule in Sheffield kennen. 1941 heiratete sie und zog mit Frank, der zeitweilig in der britischen Armee diente, 1942 nach Sheffield. Seit 1950 lebte die Familie in Leigh, wo auch das letzte ihrer vier Kinder geboren wurde. Hier war sie zunächst als Anästhesie-Assistentin und später als Ärztin tätig. Sie gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern der Grasmere Street Gesundheitsklinik. Sie starb am 06. März 2006 und überlebte damit ihr Mann um zehn Jahre.
Patenschaft: Förderverein Max-Klinger-Schule e.V. Leipzig, Annelie Helbig (Schulleiterin d. Max-Klinger-Schule Leipzig), Arbeitsgruppe Schulgeschichte Max-Klinger-Schule Leipzig
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