Biography of Anna Bassinger
In diesem Haus wohnte von 1933-35 die Witwe Anna Bassinger. Vermutlich auch ihre beiden schon erwachsenen Kinder aus erster Ehe Heinz und Anneliese.
Geboren wurde sie in Denzlingen, Breisgau.
Frau Bassinger war 39 Jahre alt, als sie 1929 aus dem Schwarzwald nach Gera kam. Hier lernte sie Erich Conrad kennen, der als Schriftsetzer bei der Geraer Zeitung arbeitete. Das Paar verlobte sich.
Frau Bassinger und Herr Conrad waren bekennende Bibelforscher, wie Jehovas Zeugen damals hießen. Die Nationalsozialisten verfolgten alle Bibelforscher aus ideologischen Gründen. 1935 wurden sie erstmals verhaftet. 1937 wurde ihnen in Gera der Prozess gemacht. Frau Bassinger bekam 2,5 Jahre ohne Bewährung. Sie verbüßte ihre Haftzeit in Leipzig-Kleinmeusdorf vollständig. Doch sie kam nicht frei. Im September 1940 wurde sie ins Frauenkonzentrationslager eingeliefert. Nach einem Angriff von Wachhunden war sie schwer verletzt und nicht mehr arbeitsfähig. Es folgten 3 Wochen Aufenthalt in der Krankenbaracke. In der „Aktion 14f13“ selektiert, starb sie in der Gaskammer der Tötungsanstalt Bernburg.
Herr Conrad wurde zu 4,5 Jahren verurteilt. Er verbüßte die Strafe in Ichtershausen. Er überlebte und starb in den 1970er Jahren. Das Paar sah sich nie wieder.
Heinz starb als Wehrmachtsoffizier 1942 auf der Halbinsel Krim.
Der Stolperstein wurde gesetzt am 7.12.2013 Reinholdstr. 3 (MW)
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