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Familie Isselbächer

Biography of Adolf Isselbächer, Sara Isselbächer geb. Faber and 3 more

Plötze 16

Adolf Isselbächer wurde am 9. Februar 1878 in Limburg als Sohn des Kaufmanns und langjährigen Vorstehers der Israelitischen Kultusgemeinde Moses Isselbächer und dessen Frau Johanna Isselbächer geb. Kahn geboren. Er erlernte den Beruf des Kaufmanns und trat in das Geschäft seines Vaters ein. Sara Faber wurde am 25. Dezember 1886 in Mertloch auf dem Maifeld geboren. 1908 heirateten Adolf Isselbächer und Sara Faber. Künftig lebten sie im Elternhaus des Ehemannes in Limburg, Plötze 16. 1909 wurde die Tochter Johanna und 1912 der Sohn Bernhard Erich geboren.
Im Ersten Weltkrieg war Adolf Isselbächer Soldat. In Limburg war die Familie bekannt und geachtet. Ihr Sortiment war vor allem bei Kunden vom Land beliebt, so dass die Geschäfte gut gingen. In der NS-Zeit gingen die Einnahmen spürbar zurück. 1936 wurde das Ladenlokal vermietet und der Verkauf ging nur noch von der Wohnung aus. 1937 verlor die Familie auch diese Erwerbsquelle.
Im Dezember 1939 siedelten Adolf und Sara Isselbächer nach Düsseldorf um. Offenbar wollten sie nach England auswandern, doch kam es dazu nicht mehr. Am 10. November 1941 wurde das Ehepaar Isselbächer nach Minsk deportiert. Sara Isselbächer wurde am 30. September 1942 in Treblinka ermordet. Adolf Isselbächers weiteres Schicksal liegt im Dunkeln. 1949 wurde er vom Amtsgericht Düsseldorf für tot erklärt.

Johanna Strauß wurde am 13. Mai 1909 in Limburg als Tochter von Adolf und Sara Isselbächer geboren. Bis zu ihrem 15. Lebensjahr besuchte sie die Höhere Töchterschule und anschließend die Handelsschule. Seit 1928 arbeitete sie als Verkäuferin im Geschäft ihres Großvaters, das nach dessen Tod von ihrem Vater weitergeführt wurde.
Walter Strauß wurde 18. Juli 1907 in Köln-Mülheim geboren. Sein Vater war Julius Strauß aus Aldenhoven, der 1941 nach Riga deportiert und dort ermordet wurde. 1933 heirateten Walter Strauß und Johanna Isselbächer und lebten im Haus ihrer Eltern an der Plötze 16. 1935 wurde Johanna Strauß bei einem Überfall durch SSLeute in ihrer Wohnung so schwer verletzt, dass sie teilweise ihr Gehör verlor. Im Juli 1936 siedelte das Ehepaar nach Paris über und lebte künftig unter schwierigsten wirtschaftlichen Bedingungen. Nach der französischen Niederlage 1940 wurde Johanna Strauß in Gurs interniert und entkam nur knapp der Deportation. Nach ihrer Freilassung lebte das Paar versteckt in Igon am Rand der Pyrenäen.
Bei ihnen war auch Bernhard Erich Isselbächer. Er wurde am 12. November 1912 in Limburg geboren. Wie sein Vater und Großvater wurde er Kaufmann. 1933 und 1934 hielt er sich jeweils für mehrere Monate in Paris auf, ehe er 1935 nach Frankreich ging und nicht mehr in seine Heimat zurückkehrte. Nach Kriegsausbruch trat er in das französische Heer ein und wurde im Herbst 1940 entlassen. Er versteckte sich ab sofort zusammen mit seiner Schwester und seinem Schwager. Die drei wurden dabei von zahlreichen Franzosen unterstützt und versorgt, standen aber immer in der Gefahr, denunziert, entdeckt und deportiert zu werden. Sie verschafften sich falsche Identitätskarten und mussten sich teilweise unmenschlichen Lebensbedingungen fügen. So gelang es ihnen bis Kriegsende zu überleben. Johanna Strauß trennte sich von ihrem Mann und blieb in Frankreich, während Walter Strauß zunächst nach Wien und später in seine niederrheinische Heimat zurückging, wo er 1977 starb. Johanna Strauß heiratete erneut und lebte unter dem Namen Barishac bis zu ihrem Tod 1998 in Frankreich. Auch Bernhard Erich Isselbächer blieb in Frankeich. Er starb wie seine Schwester 1998 in Paris.

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