Biography of Alfons and Gutella Oppenheimer
Die Familie Oppenheimer wohnte in einem Geschäftshaus in der Marktstraße 19. Hier verkauften sie vor allem Bett- und Tischwäsche. Der Vater Alfons Op-penheimer wurde am 1.5.1875 in Steinbach geboren. Er heiratete Gutella August, geb. am 16.1.1869 in Neunkirchen/Saar. Aus dieser Ehe ging Sohn Eugen hervor, geboren am 3.5.1910. Er half zunächst im Geschäft der Eltern, wanderte dann aber laut Aufstellung der Polizei Kusel am 15.10.1937 nach Chicago aus. Auch das Ehepaar Oppenheimer wurde wie viele andere Kuseler am 10.11.1938 auf Lastkraftwagen verladen. Es begab sich später nach Mannheim. Am Vormittag des 10.11. 2012 wurde auch das Geschäftshaus Oppenheimer von Kuseler Bürgern zerstört. Hierzu aus dem Gerichtsprotokoll:
"Als wir in das Haus Oppenheimer kamen, hörte ich es poltern und krachen, und zwischendurch hörte ich Frau Oppenheimer schreien und weinen. Herr Oppenheimer selbst kam heraus und sagte: ‚Ich habe doch nichts getan, warum tut ihr das. Ich war selbst im Weltkrieg und habe dort als Deutscher gekämpft und das Eiserne Kreuz erhalten.’…Ich war selbst im Hause Oppenheimer, habe dort aber nichts zerstört, da dieses die Anderen schon besorgt hatten. Tross und Laubenstein sagten auf der Straße: ‚Jetzt gehts zu Bermann!’"
Etwa 1 bis 2 Monate später kehrten beide aus Mannheim nach Kusel zurück. Das Geschäftshaus war ihnen nicht mehr zugänglich. Die Scheiben des Ge-schäfts, welche am 10. 11.1938 im Zusammenhang mit dem Reichspogrom zerstört wurden, waren durch Bretter ersetzt worden. Die Familie Oppenheimer fand eine Unterkunft bei Elise Weil in der Bahnhofstraße 39, wo sie ein Zimmer bewohnte. Im Oktober 1940 fuhr hier eines Tages ein Lastwagen der SS vor und forderte das Ehepaar Oppenheimer auf, unverzüglich auf die Ladefläche zu steigen, ohne dass es ihnen gestattet war, noch irgendwelche persönlichen Dinge mitzunehmen. Nach der Deportation in das Lager Gurs in Frankreich wurde Alfons Oppenheimer durch verschiedene Lager im Süden Frankreichs verschleppt und verstarb im Lager Nexon am 2.12. oder 29.12.43. (aus: Arbeitsstelle Friedensdienst). Gutella Oppenheimers Leidensweg führte über die Lager Gurs, Récébédou, Hotel Rombard (Marseille), Nexon und dann nach Corrèze, wo sie am 21.3.44 verstarb (aus: Arbeitsstelle Friedensdienst)
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