Biography of Fritz Heinz Isenberg, Hugo Isenberg and 3 more
Fritz Heinz Isenberg
wurde am 10.1.1937 in Lahr geboren, war mit drei Jahren der jüngste Lahrer Jude, der am 22.10.1940 nach Gurs deportiert wurde. Im August 1942 konnte er mit einer amerikanischen Hilfsorganisation herausgeschmuggelt und in einem Kinderheim in Südfrankreich versteckt werden.
Zwei Jahre später gelangte er mit einem Rotkreuz-Kindertransport in die Schweiz, wo er von einer sehr netten Pflegefamilie nahe Lausanne aufgenommen wurde.
Im Februar 1946, mit 9 Jahren, ließ ihn die Schweizer Familei schweren Herzens nach New York City ziehen zu seinem Vater Hugo. Er sprach mittlerweile nur noch französisch und musste die Sprache seines Vaters, deutsch, erst wieder lernen. Fortan hieß er Fred. In New York studierte er an der renommierten Columbia University und machte später Karriere in der Textil- und Immobilienbranche.
Seit 1965 ist er glücklich verheiratet mit Sue, sie haben einen Sohn, geb. 1970.
Hugo Isenberg
geb. 1899 in Caldern bei Marburg, war Kaufmann für Öle und Fette. Am 1.9.1924 heiratete er die Lahrerin Bella Kahn, sie zogen in die Lotzbeckstr 13. Er betrieb mit seinem Schwiegervater Bernhard Kahn einen Handel für Öle und Fette. Mitte der 1930er Jahre wurde Hugo von der Gestapo in Lahr verhaftet, während er eine Tasse Kaffee trank in einem Cafe, weil er Jude war. Da erkannte Hugo, was auf die Juden zukam und flüchtete in die USA kurz nach der Geburt von Fritz Heinz.
In New York traf Hugo Vorbereitungen seine Familie nachzuholen und arbeitete dort als Maler.
Als die Ausreise möglich gewesen wäre, entschied sich Bella - gegen Hugo's Willen - mit Fritz Heinz in Lahr zu bleiben und zu warten, bis ihre Eltern (Bernhard und Thekla Kahn) ihre Ausreise-Dokumente bekommen. Der Krieg kam jedoch dazwischen und sie konnten nicht mehr ausreisen.
Hugo heiratete in USA 1944 wieder, nachdem er erfahren hatte, dass Bella in Auschwitz ermordet worden war. Er starb am 25.10.1969 in New York.
Bella Isenberg geb. Kahn
geb. 1901 in Lahr. Sie war die Tochter des beliebten Gymnasiallehrers Bernhard Kahn. Bella Isenberg wurde mit ihrem kleinen Sohn Fritz Heinz und ihrer Mutter Thekla Kahn am 22.10.1940 nach Gurs deportiert. Im August 1942 wurde sie von dort nach Auschwitz deportiert, wo sie am 22.9.1942 ermordet wurde.
Thekla Kahn geb. Rohrbacher
geb. 7.9.1868 in Jebenhausen, war verwandt mit Albert Einstein. Sie wurde am 22.10.1940 nach Gurs deportiert. Sie starb am 18.1.1943 im Nebenlager Nexon.
Bernhard Kahn
geb. 1869 in Aschenhausen, heiratete 1895 Thekla Rohrbacher. Er war ein beliebter Lahrer Gymnasiallehrer und Kantor. Wegen Ertaubung wurde er frühzeitig pensioniert und half seinem Schwiegersohn Hugo Isenberg beim Handel mit Ölen und Fetten. Er starb am 14.11.1939 in Lahr und ist auf dem jüdischen Friedhof in Schmieheim begraben.
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Thanks to Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein and 6 more.Stolpersteine nearby
Jeanette "Jenny" Lederer geb. Wertheimer10 m
Cilly Schwarz30 m
Gedenkstein Opfer des Nazionalsozialismus110 m
Gedenkstein Gurs-Opfer140 m
Wilhelm Johannes Böhme160 m
Bertold Ullmann170 m
Sources & Imprint
Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim
Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.
Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.
Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.
Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.
Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.
Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.
Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.
Lahr, den 27.01.2025