Biography of Salomon Tepper, Sara Tepper and 3 more
Florastraße/Höhe Kennedyplatz (frühere Schalker Straße 45) ... Hier wohnte Familie Tepper
Salomon Tepper wurde am 15. Juni 1893 in Szufnarowa geboren. Er war mit Sara Tepper, geborene Steier, geboren am 18. Juli 1898 in Dzwienanz verheiratet. Das Ehepaar Tepper hatten drei in Gelsenkirchen geborene Kinder, die am 28. Januar 1923 geborene Anna, die am 16. März 1924 geborene Dora und den am 1. August 1926 geborenen Max.
Salomon Tepper wurde am 15. Juni 1893 in Szufnarowa geboren. Er war mit Sara Tepper, geborene Steier, geboren am 18. Juli 1898 in Dzwienanz verheiratet. Das Ehepaar Tepper hatten drei in Gelsenkirchen geborene Kinder, die am 28. Januar 1923 geborene Anna, die am 16. März 1924 geborene Dora und den am 1. August 1926 geborenen Max.
Auf Anordnung des Reichsministerium des Inneren wurden bereits ab 1940 alle jüdischen Patienten und Patientinnen, die in "Heil- und Pflegeanstalten" des Deutschen Reiches untergebracht waren, in Bendorf-Sayn zusammengefasst. Hintergrund: "Juden und Deutsche" sollten nicht mehr gemeinsam untergebracht sein.
In der "Israelitischen Heil- und Pflegeanstalt" Bendorf-Sayn herrschten in Folge der Überbelegung katastrophale Zustände, es fehlte an Medikamenten und Nahrungsmitteln. Nachdem die "Euthanasie-Aktion" im August 1941 "offiziell" eingestellt worden war, erfolgte ab 1942 die Verschleppung der jüdischen Patienten und Patientinnen aus Bendorf-Sayn in die Vernichtungslager im besetzten Osteuropa, um sie dann dort wie geplant zu ermorden. In der Gestapo-Liste "Juden aus dem Landkreis Koblenz die am 30.4.1942 abtransportiert worden sind" ist auch Salomon Tepper aufgeführt. Mit dem Transport vom 30. April 1942 ab Koblenz-Lützel wurden die von den Verfolgungsmaßnahmen erfassten Juden in das Ghetto Krasniczyn im Bezirk Lublin im so genannten "Generalgouvernement" deportiert.
Salomon Tepper gelingt unterwegs zunächst die Flucht aus dem Deportationszug, er wird jedoch verhaftet und nach Bendorf-Sayn zurück gebracht. In der Kartei der Gestapo Koblenz ist mit Datum 28.5.1942 festgehalten: Salomon Tepper (...) Ist am 30.4.42 aus dem Evakuierungstransportzug gesprungen. Er wurde in Weimar aufgegriffen und mit Sammeltransport nach hier überführt. Tepper wurde dem Betriebsführer -Kochanek- übergeben und ist wieder als Kranker aufgenommen worden. Kurze Zeit später wird er erneut deportiert. Salomon Tepper ist in einer von der Gestapo, Staatspolizeistelle Koblenz am 7. Juli 1942 erstellten Liste "der am 15.6.1942 aus der Heil und Pflegeanstalt Bendorf-Sayn ausgesiedelten Juden" verzeichnet.
Das Ghetto Izbica war ab 1942 für deportierte Juden eine Durchgangsstation in die Vernichtungslager des Holocaust, insbesondere nach Belzec und Sobibór. Hier verliert sich die Spur von Salomon Tepper.
In einem weiteren Fernschreiben aus dem "Eichmannreferat" (IV b 4 A) im Reichs-sicherheitshauptamt vom 11.6.1942 werden der Staatspolizeileitstelle Düsseldorf organisatorische Details der Deportation mitgeteilt. Für den Transport der Menschen aus der "Israelitischen Heil- und Pflegeanstalt Bendorf-Sayn" sind 9 Güterwaggons vorgesehen.
Salomon Teppers Frau Sara wurde am 27. Januar 1942 von Gelsenkirchen nach Riga verschleppt, sie wurde bei Auflösung des Ghettos Riga im November 1943 ermordet.
Die Kinder Anna, Dora und Max laut dem Eintrag in den den Meldeunterlagen am 22. Februar 1939 zunächst von Gelsenkirchen in die Niederlande flüchten. Dora Tepper arbeitete als Dienstmädchen in Amsterdam, sie lebte einige Zeit im Waisenhaus für Mädchen (Nederlands-Israëlitisch Meisjes-weeshuis) an der Rapenburgerstraat 171.
Die Schwestern wurden schon bald nach dem deutschen Überfall auf die Niederlande im Mai 1940 von der NS-Vernichtungsmaschinerie eingeholt. Dora Tepper wurde am 3. Dezember 1942 in das "polizeiliche Judendurchgangslager Kamp Westerbork" (so die offizielle Bezeichnung der NS-Verwaltung ab 1. Juli 1942) deportiert, am 12. Dezember 1942 nach Auschwitz verschleppt und dort am 15. Dezember 1942 ermordet. Anna wurde von Westerbork am 1. Juni 1943 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort am 4. Juni 1943 ermordet.
Max Tepper hat den Holocaust überlebt. Er schloß sich der Jüdischen Brigade in der British Army an und emigrierte später in die USA.
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