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Henny und Riekchen Meyer

Biography of Henny and Riekchen Meyer

Henny (geb. 1852) und Riekchen (geb. 03.01.1858) Meyer waren zwei unverheiratete Schwestern, deren Familie schon seit über 300 Jahren im Moor (Bruchhausen) ansässig war. Sie hatten mehrere Geschwister, ihr Vater war Mitglied im hiesigen Vorstand der Synagogengemeinde. Ab 1883 war die Familie dann in Vilsen gemeldet.

Henny Meyer hatte in Vilsen schon vor 1900 ein Putzgeschäft, welches sie bis 1914 führte, als sie sich im Alter von 62 Jahren zu Ruhe setzte.Über Rieckchen Meyer ist nur wenig bekannt. Sie soll im Familiengeschäft ausgeholfen haben. Im Alter wohnten die Schwestern zusammen in der Bruchhöfener Str. 16.

Wie alle Juden verloren sie 1935 durch die Nürnberger Gesetze im Alter von 83 und 77 Jahren ihre Bürgerrechte. Henny Meyer verstarb am 18.05.1938 mit 86 Jahren. Bis Ende des Jahres 1938 musste Rieckchen wie alle Jüdinnen den Namen Sara annehmen. Obwohl der Mieterschutz für Juden Ende 1938 aufgehoben wurde, konnte sie dennoch zunächst in ihrer Mietwohnung bleiben. Anscheinend waren die Schwestern bis dahin auch der finanziellen Überwachung entgangen. Um 1940 geriet Rieckchen dann in den Fokus des Oberfinanzpräsidenten in Hannover. Nachdem sie einmal unter Beobachtung geraten war, musste sie ihre Mietwohnung verlassen. Anschließend suchte sie bei der Familie Emil Lindenberg (heute Engelbergplatz 3) Unterschlupf.

Am 04.02.1941 wurde Riekchen nach Hannover ins jüdische Krankenhaus gebracht, welches ab dem 04.09.1941 ein Judenhaus war. Wie andere Juden aus dem norddeutschen Raum wurde sie um den 20. Juli verhaftet und in der Jüdischen Gartenbauschule in Ahlem untergebracht, welche ab 1941 Judenhaus und Sammelstelle für Deportationen für Vernichtungslager war.

Am 24.07.1942 wurde sie im Alter von 84 Jahren von Ahlem aus über den Bahnhof Hannover-Linden mit dem Transport VIII/1 nach Theresienstadt deportiert, wo sie nur bis zum 14.11.1942 überlebte.

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